Warum sich ein Umzug in eine ostdeutsche Stadt lohnt

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Ostdeutsche Städte wie Erfurt befinden sich im Wandel. Hier entstehen neue Industrie-, Kultur- und Bildungszentren.

25 Jahre nach dem Mauerfall herrscht noch immer das Vorurteil, dass ostdeutsche Städte dem Westen hinterherhinken. Dabei zeigen die Statistiken deutlich, dass der Osten aufholt. Lesen Sie hier, warum sich immer mehr Menschen für einen Wohnsitz in einer ostdeutschen Stadt entscheiden.

Schaffung neuer Arbeitsplätze

Die hohe Arbeitslosigkeit ist nach wie vor ein Problem im Osten Deutschlands. Doch es gibt Hoffnung: Den neuen Bundesländern ist in den vergangenen Jahren ein beachtlicher Wirtschaftsaufschwung gelungen. Die Kreditanstalt für Wiederaufbau (KfW) spricht in einer Studie sogar von einem „zweiten deutschen Wirtschaftswunder".

Die Zahl der großen Unternehmen in Ostdeutschland nimmt zu: 2003 gab es 458 Betriebe mit 250 Beschäftigten und mehr. 2013 waren es bereits 578. Ostdeutsche Städte wie Leipzig oder Erfurt eignen sich gut als Firmenstandorte. Hier ist die Pacht für Gewerbeimmobilien noch moderat, die Verkehrslage günstig und es gibt viele gut ausgebildete Fachkräfte.

Auch die Arbeitnehmer profitieren: Die niedrigeren Löhne werden durch geringere Lebenskosten ausgeglichen. Im Bereich Kinderbetreuung liegt der Osten sogar deutlich vor dem Westen. Folglich schaffen in ostdeutschen Firmen mehr Frauen den Sprung in Führungspositionen.

Ostdeutsche Universitäten sind international konkurrenzfähig

Immer mehr Studenten entscheiden sich für einen Studienplatz im Osten. Ost- und westdeutsche Hochschulen liegen hinsichtlich der Ausbildungsqualität gleichauf. An den 24 Universitäten und rund 50 Fachhochschulen in den neuen Bundesländern unterrichten renommierte Professoren. Von Klassikern wie Jura bis hin zu ausgefallenen Studiengängen wie Liturgiewissenschaften ist das Studienangebot im Osten breit gefächert.

Zudem sind die Hochschulen im Osten fast alle neu renoviert und bestens ausgestattet: helle Hörsäle, gut sortierte Bibliotheken und moderne Labore. Erst vor kurzem wurde die Uni Dresden wegen Ihrer herausragenden Forschungsarbeit in den ausgewählten Kreis der Elite-Hochschulen  aufgenommen.

Auch die Umfragen unter Studenten in Ostdeutschland sprechen für sich: Im Studienqualitätsmonitor des deutschen Zentrums für Hochschul- und Wissenschaftsforschung bestätigen 71 Prozent der Studenten, dass sie sehr zufrieden mit der Wahl Ihres Studienstandortes sind. Trotzdem sind die Universitäten in Ostdeutschland noch nicht ganz so überlaufen. Hier ist anders als im Westen oft kein Einserabitur Voraussetzung für einen Studienplatz.

Ostdeutsche Städte im Wandel

Erstmals seit der Wende ziehen fast genauso viele Menschen in den Osten, wie in den Westen abwandern. Zu diesem Ergebnis kommt der Jahresbericht zum Stand der Deutschen Einheit des Bundesinnenministeriums. Das liegt vor allem daran, dass sich der Lebensstandard deutlich verbessert hat.

Die ostdeutschen Städte putzen sich heraus. Ehemalige Industriehallen werden saniert und zu exklusiven Wohnanlagen umgebaut. Das Kulturangebot wächst. Vor allem junge Künstler fühlen sich wohl im Osten. Hier können Sie Ihre Kreativität ausleben, ohne viel Geld für die Miete abdrücken zu müssen.

Es weht ein frischer Wind durch die ostdeutschen Städte. Galten Sie vor ein paar Jahren noch als marode und veraltet, hat sich ihr Ruf heutzutage gewendet. Leipzig wird sogar als das neue Berlin gehandelt. Es ist wieder hip, in Ostdeutschland zu wohnen.

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