Herz-Jesu-Krankenhaus Fulda zum Bau der Kinder- und Jugendpsychiatrie in Bad Hersfeld

Warten auf den Bescheid

Fulda/Bad Hersfeld. Knapp eine Woche benötigte das Herz-Jesu-Krankenhaus Fulda, um sich zur Anfrage unserer Zeitung über die Zukunft der kinder- und jugendpsychiatrischen Ambulanz in Bad Hersfeld zu äußern (Wir berichteten am Mittwoch, 29. September.) Diese Ambulanz wird seit 20 Jahren von der Vitos Klinik Lahnhöhe in Marburg betrieben. Inzwischen wurde jedoch der Auftrag zur psychiatrischen Versorgung von Kindern und Jugendlichen im Landkreis Hersfeld-Rotenburg dem Herz-Jesu-Krankenhaus Fulda erteilt.

Die Ermächtigung der Klinik Lahnhöhe zum Betreiben der Ambulanz in Bad Hersfeld endet im September 2011 und kann nach Aussagen von Klinikdirektor Dr. Christian Wolf nicht erneuert werden. Da mehrere Mitarbeiter der Ambulanz sich inzwischen beruflich neu orientiert haben, wird die Versorgung von Kindern und Jugendlichen mit psychischen Problemen schon jetzt immer schwieriger.

Erheblicher Mangel

Zur Anfrage unserer Zeitung, wann denn diese Tagesklinik gebaut werden solle und welche Pläne es für eine kinder- und jugendpsychiatrische Ambulanz gebe, antwortet die Pressesprecherin des Herz-Jesu-Krankenhauses, Dr. Jutta Müller, wie folgt: „Der Sicherstellungsauftrag für die ambulante Versorgung liegt grundsätzlich bei der Kassenärztlichen Vereinigung (KV). Es gibt jedoch einen erheblichen Mangel an niedergelassenen Kinder- und Jugendpsychiatern, so dass von dieser Seite die ambulante Versorgung praktisch nicht sichergestellt ist.

Nachvollziehbar

Neben den niedergelassenen Ärzten können Kliniken ambulante Leistungen erbringen, indem sie z.B. psychiatrische Institutsambulanzen betreiben, wenn bestimmte Voraussetzungen erfüllt werden, die im § 118 SGB V geregelt sind:

1) Die Ambulanz wird, wie aktuell in Bad Hersfeld, ohne Tagesklinik betrieben. Dies geschieht auf Basis einer Ermächtigung durch die KV, deren Verlängerung die Klinik Lahnhöhe offenbar nicht beantragt hat. Es ist nachvollziehbar, dass die Klinik Lahnhöhe ihre Ambulanz aufgrund der wechselnden Zuständigkeit abbaut. Es ist weiter nachvollziehbar, dass sich das dortige Personal in einer Umbruchphase umorientiert und somit die Mitarbeiterzahl in der Ambulanz sinkt.

2) Die Ambulanz wird mit Tagesklinik betrieben, ohne dass es einer Ermächtigung durch die KV bedarf, wie es in Zukunft durch das Herz-Jesu-Krankenhaus geplant ist.

Folgende Punkte erschweren momentan die ohnehin schwierige Lage: Während sich die Klinik Lahnhöhe bereits in der Phase des Ambulanzabbaus befindet, hat die Phase des Tageskliniks- und Ambulanzaufbaus des Herz-Jesu-Krankenhauses noch nicht begonnen.

Zeitnah zugesagt

Mit dem Bau der 16 tagesklinischen Plätze in Bad Hersfeld kann aber erst begonnen werden, sobald der Bewilligungsbescheid vom Ministerium vorliegt, der zeitnah zugesagt worden ist.

„Wir wissen um die konkrete Situation der psychiatrischen Versorgung der Kinder und Jugendlichen im Hersfelder Raum und der Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter, die derzeit in dem Bereich arbeiten. Bereits langfristig sind wir unserem Versorgungsauftrag entsprechend mit der Planung befasst.

Ohne langfristige Planungen kann ein solches Projekt ohnehin nicht zeit- und budgetgemäß realisert werden. Sobald uns der Bewilligungsbescheid für die Maßnahme vorliegt, werden wir handlungsbefugt und können mit der Realisierung der Vorhaben, inklusive Psychiatrischer Institutsambulanz am Standort Krankenhaus St. Elisabeth beginnen“, sagte Dr. Jutta Müller gegenüber unserer Zeitung. (zac/red)

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