Wartburgregion für junge Leute attraktiv machen

Liebe Leserinnen und Leser der Hersfelder Zeitung, wie wird die Wartburgregion attraktiv für junge Leute – diese Frage bewegte in dieser Woche viele Akteure. Die regionale Arbeitsgemeinschaft Leader beriet zum Auftakt der neuen Förderperiode in Gumpelstadt, welche Projekte in den nächsten Jahren realisiert werden könnten. 3,78 Millionen Euro sind in der vergangenen Förderperiode von 2007 bis 2013 in die Wartburgregion geflossen. Mit diesem Geld wurden Dorfgemeinschaftshäuser gebaut, Backhäuser zu neuem Leben erweckt und Schulen saniert. Von 2014 bis 2022 sollen verstärkt auch Privatleute in den Genuss von Fördermitteln kommen. Auch Kleinstprojekte bis 5000 Euro sollen eine Chance haben.

Aber sanierte Schulen, neue Straßen und schöne Dorfgemeinschaftshäuser reichen nicht aus. Junge Leute brauchen attraktive Ausbildungsstellen und gut bezahlte Jobs. Sie benötigen Bauplätze und flexible Kinderbetreuungszeiten. Eine Initiative von Unternehmern, begleitet von der Thüringer Ehrenamtsstiftung, will gemeinsam mit dem Landkreis und den Kommunen der Jugend zeigen, dass es das alles vor der Haustür gibt. Deshalb hat sich eine Initiative „WIR“ gegründet, in der Unternehmer und junge Leute auch einmal auf dem Fußballplatz zusammentreffen, um sich besser kennenzulernen. Vor wenigen Jahren putzten die Schulabgänger die Klinken der Unternehmen und buhlten um eine Stelle. Heute sind es die Unternehmen, die punkten müssen, damit der Nachwuchs nicht in die große, weite Welt abwandert.

Zu einem guten Umfeld gehört auch die Gewährleistung der Sicherheit. Im ländlichen Raum sind große Polizeiaktionen eher selten. Umso erstaunter müssen die Bewohner von 30 Wohnungen im südlichen Wartburgkreis gewesen sein, als sie von Polizeibeamten in frühster Morgenstunde unsanft geweckt wurden. Kontrolliert wurden die Heizungen und die Unterlagen dazu. Ein Heizungsbauer soll mehr und größere Anlagen abgerechnet als wirklich eingebaut haben. Ein Fördermittelbetrug wird vermutet.

Positiven Stress gibt es seit Wochen in der stz-Redaktion. Die Südthüringer Zeitung wird am 8. März 25 Jahre alt. Und wie das vor Jubiläen so ist, die Vorbereitung kostet Kraft und Nerven. Dabei steht bei einer Zeitung nicht die Party im Mittelpunkt, sondern die Frage, wie teilen wir dem Leser das Ereignis mit. Am 7. März erscheint eine Beilage, in der die Geschichte noch einmal erzählt wird. Und am vergangenen Freitag brachten Mitarbeiter des Bad Salzunger Bauhofs ein Graffito von Max Kosta aus Immelborn an der Wand des Salzunger Medienzentrums an. Ein Geburtstagsgeschenk für alle stz-Mitarbeiter und die Leser, die der stz seit Jahren die Treue halten. Übrigens, Geburtshelfer der Südthüringer Zeitung war die Fuldaer Zeitung. Aber in jüngster Vergangenheit wurde auch die Bindung zur Hersfelder Zeitung immer enger.

ute.weilbach@stz-online.de

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