Vorsicht bei angeblich taubstummen Personen im Kreis, die Spenden sammeln

Warnung vor falschen Bettlern

BAD HERSFELD. Gerade in der Vorweihnachtszeit sind auch Straftäter unterwegs. Neben Taschendiebstählen warnt die Polizei im Landkreis Hersfeld Rotenburg vor sogenannten Spendensammlungen vor Bettlern, die vorgeben, taubstumm zu sein.

Gerade in Fußgängerzonen oder vor Einkaufsmärkten treten diese Menschen gerne auf. Ziel und Zweck der angeblichen Spendenlisten ist es, möglichst nahe an den vermeintlichen Spender zu kommen.

Schlagen schnell zu

Durch einen Trick wollen die Betrüger an die meist zahlreichen Geldscheine in den Portemonnaies des gutwilligen Bürgers kommen. In einem unbedachten Augenblick schlagen die Täter zu.

Wenn das Opfer es dann merkt, ist es meist zu spät. Denn schnell wird das erbeutete Geld an andere Mittäter weitergegeben. Diese verschwinden sofort unerkannt, während die Spendensammler einfach weitermachen. Von der Polizei angesprochen, haben die Bettler dann nur wenige Münzen dabei.

Am 2. Dezember schlugen solche Betrüger in der Innenstadt in Bad Hersfeld zu. Ein 80-jähriger Rentner wurde von zwei osteuropäischen Frauen angegangen. Sie zeigten ihm einen Zettel auf dem stand, dass sie taubstumm seien. Dann legten sie ihm eine Schreibkladde vor für eine angebliche Spendenliste für taubstumme Kinder.

Der Mann holte seine Geldbörse heraus und gab den Frauen ein Zweieurostück. Plötzlich drückte eine der Frauen den Rentner. Dabei stahl sie ihm mehrere Geldscheine, insgesamt waren es 1000 Euro.

Fahndung ohne Erfolg

Wenig später verständigte er die Polizei. Eine sofort eingeleitete Fahndung in der Innenstadt verlief ohne Ergebnis. Gegen 16.30 Uhr konnten zwei rumänische Frauen in der Innenstadt von einer Streife angetroffen werden. Diese hatten eine entsprechende Spendenliste dabei sowie einen Zettel mit der Aufschrift: „Ich bin taubstumm. Sammle für taubstumme Kinder“. Von den 1000 Euro jedoch keine Spur.

Beide sind in Deutschland wegen Trickdiebstahls bereits mehrfach in Erscheinung getreten. Der Tatverdacht, das Geld des Rentners gestohlen zu haben, konnte von der Polizei nicht belegt werden, die Frauen wurden auf freien Fuß gesetzt.

Die Polizei warnt vor derartigen Spendensammlerinnen und -sammlern. Wer der Ansicht ist, dass man in solchen Fällen in der Vorweihnachtszeit spenden muss, der sollte immer ein Eurostück in der Jackentasche haben anstatt seine Geldbörse rauszuholen. (red/hil)

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