Mit Bussen zu Demos und Kundgebung in Kassel - 250 Teilnehmer aus Osthessen

Warnstreiks im öffentlichen Dienst: Rund 130 Beschäftigte aus Hersfeld-Rotenburg beteiligen sich

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Auch Beschäftigte des Klinikums in Bad Hersfeld nahmen am Warnstreik teil. Unser Foto zeigt die Gruppe kurz vor der Abfahrt nach Kassel.

Bad Hersfeld. Die Vereinte Dienstleistungsgewerkschaft Verdi Nordhessen hatte für Mittwoch zu Warnstreik-Aktionen im Rahmen der Tarifrunde öffentlicher Dienst aufgerufen. Daran beteiligten sich auch rund 130 Bedienstete aus dem Landkreis Hersfeld-Rotenburg.

Sie kamen laut Verdi-Gewerkschaftssekretärin Daniela Suttner, die für den Fachbereich Gemeinden zuständig ist, unter anderem aus der Kreisverwaltung, den Stadtverwaltungen Bad Hersfeld und Rotenburg, von den Stadtwerken Bad Hersfeld und Rotenburg sowie dem Klinikum. Mit mehreren Bussen waren die Teilnehmer am frühen Morgen nach Kassel gefahren, wo Verdi drei Demonstrationszüge für die unterschiedlichen Berufsgruppen organisiert hatte, die sich gegen 10 Uhr zu einer zentralen Kundgebung am Opernplatz in Kassel trafen. Daran nahmen laut Verdi rund 4000 Menschen teil, rund 250 aus dem Bereich Osthessen.

Verdi will sich für eine angemessene Besoldungserhöhung durch die Landesregierung einsetzen. Eine Erhöhung des Entgelts sei zum Beispiel aufgrund der zunehmenden Arbeitsbelastung und -Verdichtung angemessen, so Suttner. Weiterhin gehe es um die Übernahme von Auszubildenden. Verdi fordert eine Erhöhung um sechs Prozent. Das bestehende Angebot der Arbeitgeberseite, das mitnichten drei Prozent betrage, wie es laut Suttner immer wieder heiße, sei nicht ausreichend.

Ob es zu weiteren Warnstreiks kommt, entscheidet sich wohl Ende dieser Woche. Denn dann finden die laut Suttner entscheidenden Verhandlungen statt. "Wir sind jedenfalls bereit, weiterzumachen, sofern es weiterhin keine Lösung gibt", sagt die Gewrkschafterin.

Knapp 50 Teilnehmer hatten sich am Mittwochmorgen gegen 6.15 Uhr am Klinikum in Bad Hersfeld - das dem Landkreis gehört - auf den Weg gemacht. "Wir wollen uns für eine bessere Entlohnung, aber auch für bessere sonstige Arbeitsbedingungen einsetzen", erklärte Kerstin Röhrhoff vor der Abfahrt. Vor allem sei mehr Personal nötig. "Viele Kollegen arbeiten schon jetzt am Limit." Das sei im Übrigen in ganz Deutschland der Fall. "Gesundheits- und Pflegeberufe werden oft unterbewertet, dabei haben die Beschäftigten eine große Verantwortung", so Röhrhoff weiter. Bessere Arbeitsbedingungen würden nicht nur den Nachwuchs sichern, sondern auch den Patienten zugute kommen.

Rund 4000 Teilnehmer waren laut Verdi bei der zentralen Kundgebung in Kassel dabei.

Eine moderate Lohn-Erhöhung und bessere Konditionen auch für Auszubildende hält auch der Betriebsratsvorsitzende Marco Busch für angemessen, der sich am Mittwochmorgen ebenfalls mit auf den Weg nach Kassel machte. "Es gibt nicht viele Aufstiegschancen in diesem Bereich und alles wird teurer", betonte er. (nm)

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