Kaum noch Hoffnung für Meeschendorf

Da waren es nur noch zwei Domizile

Vor dem Verkauf: Das Freizeitdomizil des Kreises Hersfeld-Rotenburg in Schwaltenweiher bei Füssen im Allgäu. Foto: nh

Hersfeld-Rotenburg. Da waren es nur noch zwei Domizile: Sollte der Verkauf der Freizeiteinrichtung Schwaltenweiher wie geplant gelingen, bleiben dem Landkreis Hersfeld-Rotenburg nur noch die Erholungsstätte Meeschendorf auf der Insel Fehmarn und der Kreisjugendhof in Rotenburg. Auch die Immobilie auf Fehmarn würde Landrat Dr. Karl-Ernst Schmidt (CDU) gern veräußern, doch das ist im Kreistag derzeit politisch kaum durchsetzbar.

Die Erholungsstätten in exklusiven Lagen haben dem Kreis in den vergangenen Jahren Millionen-Verluste beschert. Auch bei den Verpachtungen, die das Defizit der Einrichtungen verringern sollten, hatte man kein glückliches Händchen. Der Schwaltenweiher-Pächter wurde 2011 zahlungsunfähig, der Kreis blieb auf einer Forderung von nahezu 40 000 Euro sitzen.

Für die Immobilien Meeschendorf und den Kreisjugendhof wurden inzwischen Gutachten erstellt. Für Meeschendorf lautet das Fazit: „Die Erholungsstätte ist in Teilen stark renovierungsbedürftig und als solche wirtschaftlich kaum betreibbar.“ Aus der Sicht des Landrats „eine schwierige Situation“. Kreistag, Kreisausschuss und Betriebskommission seien über das Gutachten informiert. In den kommenden Monaten müssten weitere Überlegungen angestellt und Entscheidungen getroffen werden.

Die wirtschaftlichen Verhältnisse bei Freizeitanlagen erlauben es nach Darstellung der Gutachter kaum noch, Geld zu investieren. Die touristische Entwicklung in Schleswig-Holstein sei rückläufig, speziell auf Fehmarn würden Rückgänge bei den Buchungen beobachtet.

Anders sieht es beim Kreisjugendhof aus. Dort empfiehlt das Gutachten, die Attraktivität und die Wirtschaftlichkeit der Anlage zu steigern. Das könnte durch die Verbesserung der Vermarktung, mehr Veranstaltungen unter Einbeziehung der Schulen und der regionalen Wirtschaft, die Gewinnung neuer regionaler Partner durch Partnerprogramme mit Unternehmen aus dem Kreis und kleinere Investitionen in Einrichtung, Ausstattung und Vermarktung geschehen. „Das werden wir umsetzen“, sagt der Landrat.

Von Jörg Steinbach

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