Feierstunde zum Führungswechsel im Amtsgericht Bad Hersfeld mit Minister Hahn

„So wie es war, war es gut“

Amtswechselfeier beim Amtsgericht Bad Hersfeld mit Justizminister Jörg-Uwe Hahn (vorne, 3.von rechts) und der Fuldaer Landgerichtspräsidentin Ruth Schröder (2. von links). Links neben Schröder die neue Direktorin Michaela Kilian-Bock mit ihrem Mann Michael, rechts neben dem Minister der scheidende Direktor Hermann Eimer mit Ehefrau Gabriele. Foto: Schönholtz

Bad Hersfeld. Ein Sowohl als Auch gab es nicht und auch kein Für und Wider, als gestern der Führungswechsel beim Amtsgericht Bad Hersfeld mit einer Feierstunde im Audimax der Obersberg-Schulen vollzogen wurde: Denn die überaus positiven Einschätzungen aller Redner galten dem scheidenden Direktor Hermann Eimer genauso wie seiner Nachfolgerin Michaela Kilian-Bock und im großen Ganzen auch dem Gericht selbst, in dem sich eine außerordentlich gute Arbeitsatmosphäre mit hoher Leistungsfähigkeit verbindet.

„So wie es war, war es gut,“ zog Hermann Eimer die Bilanz seiner 21 Jahre als Behördenleiter, in der er das Amtsgericht zu einem bürgerfreundlichen Dienstleistungsbetrieb ausbaute und zuletzt erfolgreich die Fusion mit Rotenburg organisierte.

Michaela Kilian-Bock, die nach viereinhalb Jahren als Vizepräsidentin am Fuldaer Landgericht ganz bewusst nach Bad Hersfeld zurückgekehrt ist, um einmal „Frontfrau“ zu sein, bekannte sich zu dem von ihrem Vorgänger eingeschlagenen Weg. Weil das Arbeitsleben jedoch immer öfter „auf der Überholspur“ stattfinde, sprach sie sich für „etwas weniger Beschleunigung“ aus.

Für Verabschiedung und Amtseinführung – obwohl in der Praxis längst vollzogen – war Ruth Schröder, die Präsidentin des Landgerichts Fulda, zuständig. Sie würdigte Hermann Eimer als „außergewöhnlich begabten Juristen“ und zeigte sich überzeugt, dass Michaela Kilian-Bock „eine gute Direktorin“ sein wird. Als Bonmot zitierte Schröder aus einem Zeugnis, das der gerade zum Direktor beförderte Eimer 1991 seiner Kollegin Kilian-Bock ausgestellt hatte. Darin hatte er ihr Organisationstalent gelobt und prophetisch geschrieben, er könne sie sich „gut als Direktorin vorstellen.“

Hessens Justizminister Jörg-Uwe Hahn stellte eine Gesetzesänderung in Aussicht, die die Anordnung von Videokonferenzen erlaubt. Bisher darf diese fortschrittliche (in Bad Hersfeld bereits vorhandene) Technik nur mit Zustimmung der Beteiligten genutzt werden.

Hahn versicherte zudem, die Schließung des Rotenburger Amtsgerichts im Zuge der jüngsten Reformen, habe „keinen Spaß gemacht“. Er verwies jedoch auf Einsparungen von annähernd einer halben Million Euro.

Für die musikalische Auflockerung der Feier sorgten die Veranstalter übrigens selbst: Es sang der Chor des Amtsgerichts unter der Leitung von Jessica Röhn. Text links

Von Karl Schönholtz

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