250 Dinge, die wir an der Region mögen (46): Die Freudensteinshütte und der Harry Heussner Platz auf dem Frauenberg

Wanderziel mit unbekannter Geschichte

Am Waldrand: Zusammen mit jugendlichen Arbeitslosen errichtete Pfarrer Simon Erich Freudenstein die Hütte auf dem Frauenberg. Davor steht der Gedenkstein für Harry Heussner. Foto: Feik/nh

Bad Hersfeld. Auf dem Hersfelder Frauenberg direkt am Waldrand steht eine Holzbankhütte, deren Name und Geschichte kaum noch bekannt sind. Sie ist auch heute noch ein beliebtes Ziel für Spaziergänger und Wanderer. Von hier führt ein Wanderweg über die Stellerskuppe, auf dem früher mal ein Holzturm stand, bis zum Eisenberg. Gebaut wurde die Hütte etwa vor 80 Jahren vom Hersfelder Pfarrer Simon Erich Freudenstein, zusammen mit jugendlichen Arbeitslosen aus dem Pfarrbezirk Hersfeld West, in dem eine hohe Arbeitslosigkeit herrschte.

Mit großen Eifer gingen die Arbeitslosen ans Werk und freuten sich darüber, dass sie wieder gebraucht wurden und etwas Nützliches schaffen durften. In der heutigen Zeit sind es wieder Jugendliche, die diese schöne Hütte für ihre Partys nutzen.

Sie kommen mit ihren Autos angefahren und reißen manchmal gedankenlos Balken aus der Hütte, um sie im Lagerfeuer zu verbrennen. Dieser Unfug muss endlich auf hören! Weder Grillen noch offenes Feuer ist hier gestattet.

Im Großen und Ganzen ist diese Hütte aber noch in einem guten Zustand und sollte wieder repariert werden. Vor der Hütte steht ein massiver Gedenkstein, der an den Ehrenvorsitzenden des Knüllgebirgsverein (KGV), Amtsgerichtsrat Harry Heussner aus Niederaula, erinnert. Heussner war ein leidenschaftlicher Naturfreund und hat für den KGV eine segensreiche Arbeit vollbracht.

Seine erste große Aufgabe war die Erbauung eines massiven Aussichtsturms auf dem Eisenberg, nachdem der von Forstmeister Borgmann errichtete Turm verfallen war und abgerissen werden musste.

Als während und nach dem zweiten Weltkrieg die feste Hütte am Borgmannsturm stark beschädigt war und abgerissen werden musste, sorgte Heussner dafür, dass sie durch ein schöneres, größeres, massives Gästehaus ersetzt wurde. Am 20. August 1950 wurde der Neubau eingeweiht und erhielt den Namen Harry Heussnerhaus.

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