Peter Sobisch, der fast 24 Jahre lang die Stadtwerke in Bad Hersfeld führte, ist im Ruhestand

Den Wandel umgesetzt

Präsenz im Dienste der Stadtwerke: Peter Sobisch mit Elektro-Fahrrad, beim Wasserzapfen während der Sanierung der Lullusquelle und an der Erdgastankstelle auf dem Werksgelände (von links). Fotos:  HZ-Archiv/Schönholtz

Bad Hersfeld. 37 Jahre lang hat Peter Sobisch für die Bad Hersfelder Stadtwerke gearbeitet, davon fast 24 in der Geschäftsführung. Doch der Betrieb, den der 62-Jährige Anfang dieses Monats mit Blickrichtung Ruhestand verlassen hat, ist mit dem aus Sobischs Anfangszeit nicht mehr zu vergleichen.

„Der Wandel kam 1997, als aus dem bis dahin statischen Eigenbetrieb der Stadt eine GmbH wurde und wir uns kurz darauf auch dem Wettbewerb stellen mussten“, sagt Sobisch, der alle Veränderungen an vorderster Front erlebt beziehungsweise umgesetzt hat.

Denn man muss sich die früheren Stadtwerke vorstellen wie die alte Telekom: Wer in Bad Hersfeld Strom, Gas oder Wasser beziehen wollte, der wurde automatisch Kunde beim lokalen Versorger. Das ist nun anders. Der Kunde kann auswählen, welcher Anbieter ihm zu welchem Preis welche Leistung bietet.

Noch heute dankbar

Sich einerseits am Markt behaupten zu müssen und andererseits den städtischen Haushalt mit einer Gewinnabführung im sechs- bis siebenstelligen Bereich zu sponsern – das war der Spagat, den Peter Sobisch und seine mehr als 100 Mitarbeiter fortan zu leisten hatten.

„Ich bin Bürgermeister Boehmer noch heute dankbar, dass er mir damals Spielraum gelassen hat“, sagt Sobisch, der die Stadtwerke nach der Neu-Firmierung personell neu strukturieren und dabei auch Stellen abbauen musste.

Für Sobisch persönlich gab es mit der Zeit immer neue Aufgaben obendrauf wie die Geschäftsführungen der Bädergesellschaft und der städtischen Wirtschaftsbetriebe. So dauerte sein Arbeitstag nicht selten bis spät in den Abend hinein und bedeutete Mitverantwortung für Hersfelder Mammut-Projekte wie etwa den Schilde-Park.

So eingespannt zu sein, das lässt sich nicht von einem Tag auf den anderen abstreifen. „Ich bin noch dabei, Abstand zu gewinnen“, sagt Sobisch. Doch dass ihm der Druck genommen ist, das empfindet er schon jetzt als entspannend.

Jetzt als Privatmann

Fahrradfahren, Wandern und das Jagdfischen nennt er als Hobbys, für die er jetzt wieder mehr Zeit hat. Und schwimmen geht er – in den Freibädern der Umgebung. Ab sofort steht auch wieder das Geistalbad auf dem Programm, wo Peter Sobisch jetzt als Privatmann seine Bahnen ziehen kann und nicht mehr als Chef gefragt ist, der wegen dieses und jenes zu lösenden Problems gar nicht zum Schwimmen kommt.

Von Karl Schönholtz

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