250 Dinge, die wir an der Region mögen (111): Der Tor-Weg in Friedewald

Waldreicher Wanderweg

Zwischen den waldreichsten und geschichtsträchtigsten Wanderwegen im Seulingswald fallen die ausgegrabenen Grundmauern der Kirche auf. Fotos: Norbert Möller

Friedewald. Friedewald ist bekannt für schöne Wanderwege im Seulingswald und um den Dreienberg, dem so genannten „Panoramarundweg“. Inzwischen gibt es im Schlosshotel Göbel und in der Gemeindeverwaltung auch neueste Karten von den verschiedenen Wegen.

Einer der waldreichsten und geschichtsträchtigsten Wanderwege, der auch mit dem Fahrrad erkundet werden kann, ist jedoch der „Tor-Weg“.

Vom „Roten Platz“ aus, dem Dorfplatz in der Mitte der Gemeinde Friedewald, beträgt die Gesamtstrecke sieben Kilometer. Man kann aber auch am Ortsausgang Richtung Hönebach fahren, kommt dann am Gewerbegebiet, dem Tennisplatz und einer Erddeponie vorbei und biegt nach 400 Metern von der Landstraße rechts in einen Feldweg ab. Nur noch ein paar Meter und schon steht man vor dem Wald, wo man sein Fahrzeug an den Seiten abstellen kann.

Von hier aus nimmt man den linken, geraden Weg und kommt an sehr viel Waldnatur vorbei, wenn man die Augen offen hat. Nach 1,9 Kilometer weiß der Wanderer auch, warum dieser Weg Torweg heißt: er hat den Eingang zum Vorgängerdorf von Friedewald gefunden.

Als erstes fallen die 1970 bis 72 ausgegrabenen Grundmauern der Kirche auf. Diese gehörte wohl zu dem Dorf „Hammundeseiche“. Sie wurde 1141 vollendet und durch das Bistum Würzburg geweiht. Die Grundmauern mit der halbkreisförmigen Apsis wurden bis zu sichtbarer Höhe aufgemauert. Das etwa 20 Höfe/Häuser umfassende Dorf Hammundeseiche wurde vom Abt von Hersfeld im frühen 10. Jahrhundert angelegt.

Diese und mehr Informationen stammen vom Heimatverein Friedewald, der einige Sehenswürdigkeiten beschildert hat. Weiterhin sichtbar ist der rund gemauerte Dorfbrunnen, der Dorfweiher und die „Dicke Eiche“, die wohl schon über tausend Jahre auf das Geschehen um sie herum geblickt hat. Von dem etwa 1312 als verlassen gemeldetem Ort kann man ca. 600 Meter in Richtung Landstrasse gehen und das ebenfalls berühmte Nadelöhr bestaunen. Von da aus ist der Rückweg nach Friedewald 4,1 Kilometer oder zurück zum Parkplatz am Waldrand 2,5 Kilometer. Ein gut ausgebauter und leichter Weg ist der Torweg und geschichtlich allemal überraschend.

Von Norbert Möller

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