Forstamt weist auf Beeinträchtigungen für Spaziergänger und Wanderer hin

Waldpflege am Wehneberg

Harvesterfahrer Daniel Franke (rechts) und Helmut Möller sind mit schwerem Gerät im Wald unterwegs. Foto: nh

Bad Hersfeld. Jahr für Jahr werden im Stadtwald Bad Hersfeld über 150 Hektar des umfangreichen – etwa 800 Hektar großen – Bestandes durchforstet. Zurzeit findet man die Spuren dieser Pflegemaßnahmen am Wehneberg im Bereich der Dachshütte, teilt Bereichsleiter Kersten Eidam vom Forstamt Bad Hersfeld mit. „Wenn es für uns heute selbstverständlich zu sein scheint, dort unter Bäumen Erholung zu finden, war dies vor gar nicht langer Zeit ganz anders, denn hier gab es keinen Wald mehr. Förster legten ihn vor Generationen neu an“, berichtet Eidam.

Nachhaltig wirtschaften

Die deutsche Forstwirtschaft feiert in diesem Jahr 300 Jahre nachhaltiges Wirtschaften im Wald. Entleerte Forsten und ausgebeutete Böden bestimmten die Zeit um das Jahr 1700. Es gab kaum mehr Brennholz für den Winter, Bauholz für die Häuser oder Grubenholz für die Bergwerke. Ein Masterplan musste her, um der Holznot Einhalt zu gebieten.

Der Erste, der sich dieser Aufgabe stellte, war Carl von Carlowitz, ein sächsischer Bergbauhauptmann. Er war auch der erste Forstwissenschaftler, der das Prinzip „nachhaltender Nutzung“ 1713 zu Papier brachte. Der Hersfelder Stadtförster Konrad Brecht nahm Mitte des vorletzten Jahrhunderts diese Ideen auf und erstellte eine grundlegende Beschreibung des städtischen Waldbesitzes. Er beschrieb die jetzt durchforstete Fläche am Wehneberg so: „Die Kuhhalte ist baumleer und nur mit einigen Wachholdersträuchern bestanden. Sie dient als Weidefläche für die Kuhgespanne aus den Gemeinden Gerterode, Tann, Rohrbach und Reilos, die ihre land- und forstwirtschaftlichen Produkte nach Hersfeld bringen.“ 1848 wurde dieses Ödland von Stadtförster Brandenburg mit 7000 vierjährigen Kiefern bepflanzt und so der dort verlorene Wald wieder begründet.

Damals waren Dutzende von Frauen und Männern dabei, die Bäume zu setzen und zu pflegen. Noch im Jahr 1990 wurden fünf Forstwirte und drei Kulturfrauen beschäftigt. Heute sind die Forstwirte Holger Biefel und Benjamin Scheibner im Stadtwald für die Waldpflege zuständig. Sie haben zusammen mit dem Revierleiter Peter Moog die Flächen für den Maschineneinsatz vorbereitet, auf denen jetzt bereits in zweiter Generation Wald wächst. Die Fahr-Gassen wurden ebenso wie die zu entnehmenden Bäume für die Maschinenführer gekennzeichnet.

Qualität und Stabilität

Der Einsatz der waldschonenden Maschinen wird, laut Eidam, etwa drei Wochen dauern. Die beiden Waldarbeiter allein würden drei Monate für die gefährlichen und körperlich anspruchsvollen Arbeiten benötigen. Ziel sei die Verbesserung von Qualität und Stabilität – und natürlich das Erzielen von Einnahmen.

Verschmutzungen und Beschädigungen der Wege sind trotz aller Vorsicht nicht ganz zu vermeiden. Die Wege werden aus Sicherheitsgründen zeitweise gesperrt. „Diese Sperrungen sind für die Waldbesucher daher von eigenem Interesse“, betont Eidam. Die Schäden an den Wegen werden nach dem Abtransport des Holzes und bei geeigneter Witterung beseitigt, versichert Eidam.

Wer nach Abschluss der Arbeiten eine Tour über den Wehneberg macht, findet zwischen den inzwischen erwachsenen Bäumen immer noch alte Wacholderbüsche aus den Zeiten der Beweidung. (red/zac)

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