DAK-Gesundheitsreport: Trotz Spitzenplatz kein Grund zur Sorge

Die Waldhessen sind am häufigsten krank

Hersfeld-Rotenburg. Die Menschen in den Landkreisen Hersfeld-Rotenburg und Werra-Meißner sind überdurchschnittlich oft krank. Das geht aus dem neuen DAK-Gesundheitsreport hervor, der unserer Zeitung vorliegt. Die Statistik stützt sich auf die Daten der 24 000 Versicherten der Krankenkasse in beiden Kreisen.

Der Krankenstand in beiden Kreisen liegt demnach bei 4,4 Prozent, eine Zunahme von 0,3 Prozentpunkten gegenüber dem Vorjahr. Konkret heißt das, von 1 000 Versicherten sind 44 an jedem Tag des Jahres arbeitsunfähig. Das ist der höchste Wert in ganz Hessen (Durchschnitt 3,7 Prozent) und liegt auch über dem Bundesdurchschnitt von 3,6 Prozent.

Trotz dieser Zahlen sieht Harald Schmidt, Chef der DAK in beiden Kreisen, keinen Grund zur Sorge. „Die Schwankungen in der Statistik liegen im Bereich des Normalen, es gibt hier keinen Krankheitsherd der uns vergiftet“, beruhigt er.

Den verhältnismäßig hohen Krankenstand sieht Schmidt in dem hohen Anteil an körperlich anstrengenden Arbeiten begründet. Menschen, die in Bergbau, Landwirtschaft, Handwerk und Logistik arbeiteten, seien krankheitsanfälliger als etwa Büroarbeiter.

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DAK Gesundheitsreport 2012

„Vielleicht liegt der Anstieg des Krankenstandes auch an der entspannten Lage auf unserem lokalen Arbeitsmarkt, da traut man sich auch mal krank zu sein“, sagt Schmidt. Fast ein Viertel der Erkrankten haben Probleme mit dem Muskel-Skelett-System – also zum Beispiel Rücken- oder Bandscheibenschmerzen, gefolgt von Atemwegserkrankungen wie etwa Erkältungen und Verletzungen. Über zehn Prozent aller Erkrankungen sind psychischer Natur – Tendenz steigend. Sorge bereiten der DAK die 3,8 Prozent der Erkrankten, die 43 Tage und mehr der Arbeit fern bleiben und damit für hohe Kosten sorgen.

Hier versucht die Krankenkasse gezielt Facharzttermine oder Klinikaufenthalte zu vermitteln, um Wartezeiten zu reduzieren. Von Kai A. Struthoff

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