Landkreis Hersfeld-Rotenburg führt Schuldneratlas Nordhessen an

Die Waldhessen haben die wenigsten Schulden

Hersfeld-Rotenburg. Die meisten Einwohner von Hersfeld-Rotenburg kommen mit ihrem Geld zurecht. Sie sind in Nordhessen am wenigsten verschuldet. Nur etwa jeder elfte Erwachsene in Waldhessen hat mehr Verbindlichkeiten, als seine Einkünfte abdecken. Das zeigt der neue Schuldneratlas Nordhessen, den die Wirtschaftsauskunftei Creditreform vorgelegt hat.

Infolge der Wirtschaftskrise ist die Zahl der überschuldeten Privatpersonen in diesem Jahr zum ersten Mal seit 2008 wieder gestiegen – auch in Hersfeld-Rotenburg, wo die Schuldnerquote von 8,3 auf 8,7 Prozent gestiegen ist. Damit liegt der Landkreis unter dem nordhessischen Durchschnitt von 10,6 Prozent. Kassel, wo fast jeder sechste Erwachsene (15,8 Prozent) in der Schuldenfalle sitzt, belegt unter den 412 deutschen Landkreisen und kreisfreien Städten den siebtletzten Platz.

Den Bürgern in Waldhessen geht es da deutlich besser. Die Schuldnerquote liegt noch unter dem hessischen und dem Bundesdurchschnitt, die beide im vergangenen Jahr von 9,1 auf 9,5 Prozent gestiegen sind. Die detaillierte Analyse des Schuldneratlas zeigt aber auch ein Nord-Süd-Gefälle innerhalb des Landkreises. Zwischen Heringen und Haunetal liegt die Schuldnerquote durchweg unter 7 Prozent. Spitzenreiter ist Haunetal, wo nur jeder zwanzigste Erwachsene (5,1 Prozent) seine Schulden nicht begleichen kann. Dafür überschreitet der Index in Rotenburg und Bebra die 10-Prozent-Marke. Schlusslicht im Kreis ist Cornberg, wo 11,8 Prozent der Verbraucher überschuldet sind.

Die Martkforscher von Creditreform gehen davon aus, dass die private Überschuldung trotz der wirtschaftlichen Erholung auch in den beiden kommenden Jahren nicht sinken wird. Jeder zehnte Deutsche sei von seinen Schulden überfordert, und ein weiteres Drittel habe gelegentlich „Schuldenstress“, heißt es in der Analyse.

Zum Tage, Lokalseite 2

Von Marcus Janz

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