Fast 60 Millionen Euro fließen im Kreis in Straßen- und Brückenbau sowie Reparaturen

Im Wald von Baken und Ampeln

Bad Hersfeld. So dick wie ein Versandhauskatalog ist der Maßnahmenplan, den gestern das Amt für Straßen- und Verkehrswesen Eschwege den Bürgermeistern im Landkreis Hersfeld Rotenburg gebündelt vorstellte.

Die Behörde arbeitet unter Volllast. Obwohl noch nicht einmal alle Sanierungsaufträge aus dem Konjunkturprogramm ausgeführt sind und ein Investitionsstau von neuen Millionen Euro eingetreten ist, drängen die Frostschaden-Sofortprogramme von Bund, Land und Kreis an die Spitze der Auftragsliste.

Weil auch in diesem Jahr komplizierte und langwierige Projekte auf Fernstraßen- und Landesstraßen im Landkreis anstehen, die überörtliche Umleitungen verursachen werden, stellten Amtsleiter Peter Wöbbeking und sein ständiger Vertreter Ulrich Wieditz in der Bürgermeisterdienstversammlung das Gesamtpaket der Vorhaben allen Bürgermeistern und dem Landrat vor. Angefangen von der Versiegelung des kleinsten Haarrisses in der Fahrbahndecke einer Kreisstraße über die Erneuerung desolater Landesstraßen, den Weiterbau der Ortsumfahrung der Bundesstraße 27 in Hauneck bis zur Totaloperation der A4 rund um die Asbachtalbrücke will das ASV Eschwege in diesem Jahr Projekte mit einem Volumen von fast 60 Millionen Euro anstoßen oder beenden. Wie Ulrich Wieditz, der stellvertretende Leiter des Amtes, erklärte, stehen für den Straßen- und Brückenbau auf Autobahnen und Bundesstraßen 43,335 Millionen Euro bereit. 31 Millionen Euro sind dabei allein für den Autobahnbau vorgesehen.

Achtung: Einsturzgefahr

Dabei geht es nicht nur um den Ausbau von Streckenteilen bei Kirchheim, Neuenstein und Niederaula, sondern auch um den Erhalt und die Sanierung von Brücken, mehr Parkplätze für Lastwagen an der Tank- und Rastanlage Herleshausen und die Vorbereitung der komplizierten Brückenneubauten zwischen Friedewald und Wildeck. Die Ingenieurbauwerke sind hier so brüchig, dass Schwertransporte schon seit Jahren die Autobahn nicht mehr nutzen dürfen. Die Lage ist dermaßen ernst, dass Amtsleiter Peter Wöbbeking jeden Tag den Planfeststellungsbeschluss herbeisehnt. Vorbereitende Arbeiten, so etwa der Bau einer Stützwand bei Wildeck, sollen verhindern, dass auf der A4 zwischen Bad Hersfeld und Wildeck die Brücken vor der Fertigstellung neuer Bauwerke den Geist aufgeben.

Für die Erhaltung sowie den Um- und Ausbau von Bundesstraßen sind 10,6 Millionen Euro veranschlagt. Darin enthalten sind nicht nur der Neubau einer Radfahrer und Fußgänger-Unterführung zwischen der Sinti-Siedlung in Bad Hersfeld und dem Haunecker Gewerbegebiet Blaue Liede, sondern auch die Totalsanierung der Bundesstraße 62 am Autobahnzubringer Niederjossa unter Vollsperrung der Anschlussstelle. Eine neu Decke bekommt die B 62 zwischen Lomo-Kreuzung und Haunebrücke. Allein 1,7 Millionen sind für Nebenkosten reserviert. HINTERGRUND

Von Kurt Hornickel

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