Ansitz-Drückjagd des Hersfelder Forstamts zwischen Fulda und Aula

Waidmänner in orange

Forstamtsleiter Jens Müller (vorn) führte die orange leuchtende Jagdkorona aus Jägern und Hunden an. Foto: Hohmann

Beiershausen. Begegnet man in Feld oder Wald einem Jäger, so trägt dieser „Grünrock“ meist eine gut der Natur angepasste Bekleidung. Treten die Waidmänner (und -frauen) dagegen in großer Zahl zu einer Gesellschaftsjagd an, sind sie ausnahmslos in grell orange getönten Signal-Jacken gekleidet. Zu ihrer eigenen Sicherheit müssen sie auf ihren Schützenständen durch diese auffällige Warnfarbe für das menschliche Auge von Weitem erkennbar sein.

Für das Wild dagegen liegt dieser Farbton (mit seiner Wellenlänge) außerhalb des Wahrnehmungsvermögens. Zusätzlich wird die menschliche Silhouette durch ein aufgedrucktes dunkles Ast- oder Blatt-Muster wie bei einer Tarnjacke „aufgelöst“.

Falkenbachjagd

Forstamtsleiter Jens Müller begrüßte die etwa 80 Mitjäger zur traditionellen „Falkenbachjagd“ – so benannt nach dem Wald-Tal nahe Beiershausen. Seit einem halben Jahr liefen die Vorbereitungen für diese Ansitz-Drückjagd. „Ansitz“ meint, dass sich die Jäger meistens auf ein bis drei Meter hohe Kanzeln stellen. So haben sie einen guten Überblick, und bei einer Schussabgabe dient der Waldboden als Kugelfang. „Drückjagd“ bedeutet, dass nur kleine, niederläufige Hunde (und einige Treiber entlang von Straßen und der Autobahn) die Wildtiere in Bewegung bringen und so aus den Dickungen „drücken“. Das Wild zieht dann in langsamem Tempo durch das bejagte Gebiet oder bleibt auch mal stehen. Es ist dem zuständigen Förster Rolf Lindenborn wichtig, dass die Jäger das Wild nach waidmännischen Regeln ansprechen und einen sicheren Schuss abgeben können. Deshalb müssen die Waidmänner vor jeder Jagdsaison mit einem bestätigten Übungsschießen ihre Fertigkeit nachweisen.

Die Forstleute wollen mit dieser Jagd auf 750 Hektar Waldfläche Wildschäden mindern. Rolf Lindenborn möchte auf die Klagen der Kirchheimer Bürger reagieren, deren waldnahe Vorgärten von Sauen umgepflügt werden, und auch Reh- und Rotwild schält die Rinde von jungen Bäumen ab und entwertet dadurch das Holz.

Die Strecke der Falkenbachjagd betrug daher 33 Sauen, drei Stück Rotwild und zwölf Rehe – auch dank der orange leuchtenden Tarnjacken der Waidmänner.

Von Uwe Hohmann

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