Waltraud Burkert schmiedet seit 50 Jahren für Juwelier Laufer in Bad Hersfeld

Ein wahres Schmuckstück

Das ist Waltraud Burkerts Reich: Seit fünf Jahrzehnten schmiedet sie in der kleinen Werkstatt des Juweliers Laufer in Bad Hersfeld Ketten, Ringe und andere Schmuckstücke. Foto: Kaschik

Bad hersfeld. Lang überlegen muss Waltraud Burkert nicht, wenn man sie fragt, ob sie eher eine Künstlerin oder eine Handwerkerin ist: „Mein Beruf hat von jedem etwas: Ein wenig Kunst, ein bisschen Handwerk.“ Seit 50 Jahren ist ihr Platz in der Goldschmiede beim Hersfelder Juwelier Laufer.

Bis die einzelnen Schmuckstücke in den Vitrinen funkeln, werden sie von Burkert geplant und in der kleinen Werkstatt im Hinterstübchen des Geschäfts bearbeitet.

„Es fällt nicht immer leicht, die Ideen der Kunden ganz genau umzusetzen“, erklärt Burkert, „aber ich versuche dennoch, immer ganz nah an die Vorgaben heranzukommen“, erklärt sie und ihr Blick wandert dabei über ihre Arbeitsutensilien.

Der kleine Tisch unter dem Fenster ist übersät mit kleinen Feilen, und leichter Goldstaub liegt auf der Arbeitsfläche. Dass hier fleißig gearbeitet wird, ist unübersehbar. Jeder einzelne Entwurf bedarf einer kreativen Umsetzung, die sich in der Schmiede nur mit handwerklichen Geräten wie Feilen, kleinen Hammern und Schleifsteinen bewerkstelligen lässt – immer im Spagat zwischen Kunst und Handwerk. Besonders knifflig seien die Kleinteile, wenn man viel von dem Edelmetall abschleifen muss.

Mit 14 Jahren ging Burkert am 1. April 1961 in die Lehre. Damals war die Tochter des Firmengründers ihre Chefin. Mittlerweile arbeitet Burkert mit der dritten Generation der Familie Laufer. Seit fünf Jahrzehnten ist sie mit dem Familienbetrieb der Juweliere verbunden, fast gehört sie schon selbst dazu. Ihrer Werkstatt ist die gebürtige Hersfelderin ebenso treu geblieben wie der Heimatstadt. „Und immer noch komme ich jeden Tag gern zur Arbeit“, bekräftigt sie.

Mit Fingerfertigkeit und Akribie stellt sie ihre Schmuckstücke her. „Jede modische Neuerung hatte ihre Herausforderung, aber es war auch interessant, etwas anderes auszuprobieren.“

Somit befand sich Burkert immer im Wandel der Zeit, und das auf etwa 20 Quadratmeter in der kleinen Schmiedewerkstatt. „Es ist selten, dass man solange und vor allem von Anfang an in der Schmiede bleibt, in der man auch sozusagen groß geworden ist“, bemerkt Burkert. „Da habe ich Glück gehabt“.

Tipps für den Nachwuchs

Heutzutage ist die Ausbildung zum Goldschmied verschulter als 1961. „Ich habe viele Praktikantinnen während meiner Zeit hier erlebt. Denen konnte ich hoffentlich den einen oder anderen Ratschlag geben“, überlegt Burkert.

Trotz allem ist die Freude auf den Ruhestand im Mai auch groß, den sie dann mit ihrem Mann und dafür mit ein bisschen „weniger Gold“ genießen wird.

Von Johanna Kaschik

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