SPD und CDU lehnen Vorschlag des Landeswahlleiters einhellig ab

Wahlkreisreform stößt auf Widerstand

Hersfeld-Rotenburg. Nach Plänen von Hessens Landeswahlleiter Wolfgang Hannappel könnten weite Teile des südlichen Kreises Hersfeld-Rotenburg bald den BundestagsWahlkreis Fulda (175) zugeschlagen werden. Dafür sollten als Ausgleich Kaufungen, Helsa und Lohfelden aus dem südlichen Kreis Kassel dem hiesigen Wahlkreis (170) zugeordnet werden.

Grund dafür ist die Schaffung eines zusätzlichen Wahlkreises in Hessen, für den an anderer Stelle ein Bevölkerungsausgleich geschaffen werden muss (siehe Hintergrund).

SPD und die CDU signalisieren unterdessen in seltener Einhelligkeit Widerstand. „Ein Wahlkreis darf kein Flickenteppich sein“, warnte nach Bekanntwerden der Pläne der hessische SPD-Generalsekretär und heimische Bundestagsabgeordnete Michael Roth.

Er plädierte dafür möglichst viele Landkreise geschlossen einem Wahlkreis zuzuordnen. Es dürfe nicht nur auf die „Mathematik der Bevölkerungszahlen“ geachtet werden. Dieser Auffassung schloss sich auch der SPD-Unterbezirksvorstand an.

Landrat Dr. Karl-Ernst Schmidt hat inzwischen an Ministerpräsident Bouffier geschrieben und ihn gebeten, die Wahlkreise beizubehalten. „Die Menschen in unserer Region haben eine hohe regionale Verbundenheit, die auch bei der Vertretung im Bundestag erwartet wird.“ Für die Beibehaltung spreche auch die Grenzlage zu Thüringen und die gemeinsamen strukturellen und demographischen Probleme der beiden Kreise.

Auch der CDU-Kreisvorstand widerspricht den Plänen „auf das Heftigste“. Wahlkreise müssten den Bürgern auch eine gemeinsame Identität bieten.

Landeswahlleiter Hannappel versicherte unterdessen gegenüber unserer Zeitung, dass alle Pläne noch verhandelbar seien und man nicht vom grünen Tisch aus entscheiden wolle. Gleichzeitig sagte er, es gebe derzeit kein Alternativmodell zu den Plänen.  Zum Tage, Kreisseite

Von Kai A. Struthoff

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