250 Dinge, die wir an der Region mögen (189): Das Lullus-Feuer

Wärmt von innen

Bad Hersfeld. In kalten Oktobernächten gehört es zu einem Lollsbummel einfach dazu: Das Lullusfeuer – sowohl das große Fierche in der Feuergrube als auch das kleine, flüssige, hochprozentige aus dem Fläschchen. Das Lullus-Feuer ist eng mit der alten Bad Hersfelder und Fuldaer Spirituosenfabrik G. W. Schimmelpfeng und dem Namen der Familie Ensslin verbunden, die das Lullus-Feuer in früherer Zeit herstellten.

Im Jahr 1832 als Lebensmittelhandel mit einer eigenen Rösterei von G. W. Schimmelpfeng in Bad Hersfeld gegründet, wurde die Firma später von der Familie Ensslin betrieben. In den 1930er Jahren wurden rund 2000 Kunden, Gastwirte und Einzelhändler in der Region Bad Hersfeld, Fulda, Eisenach und Meiningen beliefert. Die Firma Ensslin hatte damals 53 Angestellte. 1936 wurde die Spirituosenabteilung aufgebaut. Ein Jahr später wird das „Lullus-Feuer“ auf den Markt gebracht und kann im Jahr 2017 sein 80jähriges Bestehen feiern.

Der 38-prozentigen Kräuterschnaps wird seit 1995 von der E. Schüerholz Likörfabrik in Ritschenhausen/Meiningen hergestellt. Damals hatte das Unternehmen Warenzeichen und Rezeptur von der Firma Ensslin erworben.

Rezeptur überarbeitet

Der Geschäftsführer Rudolf Wächter und sein Brennmeister Fritz Büttner mussten feststellen, dass das mitgelieferte Rezeptur nicht den beigefügten Geschmacksproben des althergebrachten Lullus-Feuers entsprach. In einem aufwendigen Verfahren ließen sie den Schnaps analysieren und entsprechend der alten Rezeptur überarbeiten. Im Lullus-Feuer sind Wurzeln, Blüten, Honig aus der Rhön und vieles mehr enthalten. Insgesamt sind es 38 Inhaltsstoffe, die den typischen Geschmack ergeben.

Die Marketing- und Werbemaßnahmen werden von der Agentur „Der neue Blick“ betreut, die bereits Etiketten, Plakate, Postkarten und Kartons mit einem stärkeren Bad Hersfeld-Bezug gestaltet hat. So befindet sich jetzt auf jedem Etikett der Schriftzug „Bad Hersfeld“. Das klassische Etikett mit dem Lullusfeuer ist natürlich gleich geblieben. Ein Internetauftritt unter www.lullusfeuer.de ist in Arbeit.

Das ganze Jahr im Angebot

Als „König der Edelschnäpse“ wurde das Lullus-Feuer früher beworben. Jetzt hat es wieder Hochsaison. Foto: nh

Dazu Wolf-Marcus Haupt, Inhaber der Agentur: „Wir freuen uns, dass Bad Hersfeld einen eigenen Likör hat und möchten das Lullus-Feuer noch bekannter machen. Es ist fast zu schade, dass es in diesem Umfang nur zum Lullusfest erhältlich ist und nicht das ganze Jahr in der Gastronomie. Welche Stadt hat schon einen eigenen Likör, der automatisch Werbung für das Lullusfest macht. Um so erstaunlicher, dass in den Gaststätten und Restaurants die bekannten Fernsehmarken verkauft werden, obwohl man das Lullus-Feuer das ganze Jahr bekommen kann. Es muss natürlich dann auch auf der Getränkekarte beworben werden.“

Das Lullus-Feuer ist während des Lullusfestes in der ganzen Stadt erhältlich und wird von den Handelsketten Edeka, Rewe, Tegut und SB-Union vertrieben. In einigen Geschäften der Hersfelder Innenstadt, wie zum Beispiel bei Viba, kann das Lullusfeuer ganzjährlich erworben werden. Vertriebspartner in Bad Hersfeld ist der Getränkehändler Reinhard Rauche. (red/zac)

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