Wärme, Wespen und eine Zeltstadt für Flüchtlinge

Viele Grüße aus Bad Salzungen nach Bad Hersfeld an die Leser der HZ.

Heiß und trocken war er bisher, der Sommer 2015. Selbst eingefleischten Sonnenanbetern ist es langsam genug des Guten. Landwirte klagen über Ernteeinbußen oder gar -ausfälle aufgrund der mit dem sonnigen Wetter verbundenen Trockenheit. Waldbesitzer und Forstleute bangen um den Wald, in welchem akute Brandgefahr herrscht. Mehrere Feuer hat es bereits gegeben, wie der Bad Salzunger Forstamtsleiter Jörn Uth berichtete. Besonders ärgerlich findet er – zu Recht – dass die meisten Waldbrände trotz Hitze und Trockenheit vermeidbar wären, weil sie durch grobe Fahrlässigkeiten wie weggeworfene Zigarettenkippen ausgelöst werden. Und das, obwohl immer wieder in den verschiedensten Medien und sogar mit Schildern am Waldrand darauf hingewiesen wird.

Aufgrund des heißen Sommers und des zuvor milden Winters gibt es in diesem Jahr besonders viele Wespen. Jetzt, im Hochsommer, sind sie besonders penetrant. Wer auf Balkon oder Terrasse isst, hat fast immer die ungebetenen, brummenden Gäste auf dem Teller sitzen. Schlimmstenfalls stechen diese noch zu. Manch einer muss nach einem Wespenstich sogar die Notaufnahme des Krankenhauses in Anspruch nehmen, wenn dieser immer mehr anschwillt oder gar Atemnot verursacht. Ablenkfütterungen, wie überreife Weintrauben oder andere süße Leckereien im angemessenen Abstand zum gedeckten Tisch platziert, bringen nur bedingt Erfolg, wenn es darum geht, die Plagegeister vom eigenen Teller fernzuhalten. Die große Hitze ist nun erstmal vorbei. Viele werden zunächst aufatmen. Mal sehen, wie es dann weitergeht mit dem Sommer 2015, der zum Glück ja noch nicht vorbei ist. Egal ob Regen oder Sonne – wir müssen es hinnehmen. Ändern können wir am Wetter nichts, und das ist gut so.

Der Zustrom von Flüchtlingen, ein gesamteuropäisches Problem, hat längst auch den Wartburgkreis erreicht. Weil es keine als Unterkunft in Frage kommenden Gebäude zur Unterbringung von Flüchtlingen mehr gibt, denkt die Kreisverwaltung über die Errichtung einer Zeltstadt nach. Eine in Stadtlengsfeld hierfür anvisierte Fläche erwies sich wegen Schadstoffen im Boden als ungeeignet, denn Teile des Areals waren früher eine Deponie. Zudem gibt es bei der Bundeswehr Lieferengpässe bei den benötigten Zelten. Es bleibt also weiter spannend.

stefan.sachs@stz-online.de

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