„Machsom Watch“ zu Gast in Imshausen

Wächterinnen an Kontrollpunkten

Imshausen. Seit zehn Jahren sind die Frauen der israelischen Friedensorganisation „Machsom Watch“ (hebräisch für Checkpoint Watch) an den Kontrollpunkten und Straßensperren zwischen den palästinensischen Siedlungsgebieten und Israel aktiv. Roni Hammermann aus Jerusalem, die zu den Mitgründerinnen von „Machsom Watch“ gehört, wird auf Einladung der Stiftung Adam von Trott und der Kasseler Gesellschaft für Christlich-Jüdische Zusammenarbeit am Freitag, 8. April, ab 19 Uhr als Gast beim Imshäuser Gespräch die Situation schildern und ihre Beobachtungen darstellen.

Hammermann ist überzeugt davon, dass Menschenrechtsverletzungen in den besetzten Gebieten sich nicht nur auf das Leben der Palästinenser auswirken, sondern auch zum Abbau demokratischer Rechte in Israel führt. Die Duldung und Gleichgültigkeit der israelischen Bevölkerung gegenüber den Menschenrechtsverletzungen in den besetzten Gebieten habe dazu beigetragen, dass die dort angewandten undemokratischen Verfahren nun auch auf Israel übergriffen und dort das demokratische Gefüge zunehmend zerstörten. Die Maßnahmen, die dazu dienen sollen, die Sicherheit der israelischen Bevölkerung zu gewährleisten, erreichen nach den Beobachtungen der aktiven Frauen von Machsom Watch dieses Ziel nicht. Sie dienten vor allem dazu, die palästinensische Zivilbevölkerung zu kontrollieren und wirkten sich fatal auf das Leben, die wirtschaftliche Struktur und die zukünftige Entwicklung der Palästinenser aus.

Roni Hammermann wurde 1940 in Israel geboren und lebte einige Jahre in Wien. Sie arbeitete als Lektorin für slawische Literatur an der Hebräischen Universität von Jerusalem, wo sie jetzt als Bibliothekarin tätig ist. 2001 gründete sie zusammen mit anderen Frauen die Organisation „Machsom Watch“, die sich gegen den entwürdigenden Umgang mit Palästinensern an den israelischen Checkpoints einsetzt.

Näheres zur Veranstaltung unter www.stiftung-adam-von-trott.de oder unter 06622/ 42 440. (red)

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