Rotenburger Kaufmann wegen Betrugs und Bankrotts vor Gericht

Vorwurf: Geld kassiert und nichts geliefert

Rotenburg. Wegen Betrugs, Bankrotts und Insolvenzverschleppung muss sich seit gestern ein 66 Jahre alter Kaufmann aus Rotenburg vor Gericht verantworten.

Staatsanwalt Christoph Wirth wirft dem ehemaligen Geschäftsführer eines Bebraer Gebrauchtmaschinenhandels vor, in den Jahren 2006 bis 2008 mehrfach für Bestellungen im Voraus kassiert, aber nicht oder nur teilweise geliefert zu haben. Der Schaden beträgt hier alleine rund 18 000 Euro.

Außerdem soll der Angeklagte trotz der Ende 2007 vorliegenden Überschuldung und Zahlungsunfähigkeit versäumt haben, einen Insolvenzantrag zu stellen. Dies geschah erst 2009 auf Betreiben eines Gläubigers.

Zudem soll der Kaufmann seine Unterlagen über die Geschäftsjahre 2007 und 2008 vernichtet haben, ohne dass zuvor ein Abschluss erstellt wurde.

Vor der Rotenburger Strafrichterin Marianne Gierlich versuchten die Prozessbeteiligten gestern ein Geschäftsmodell zu durchschauen, in dem Vieles auf Treu und Glauben abgewickelt wird. Die Bebraer Firma bot Maschinen aus Betriebsauflösungen „ab Standort“ zum Verkauf an, trat also meist nur als Vermittler auf. Nach Zahlung bekamen die Kunden die Adresse genannt, wo sie ihre gebrauchten Neuerwerbungen abholen konnten.

Der Angeklagte wies die Vorwürfe im Wesentlichen zurück und berief sich auf Nebenvereinbarungen, denen die meisten Zeugen allerdings widersprachen. Seine finanziellen Probleme begründete er mit dem Ausfall eines 40 000 Euro-Geschäfts mit einem Kunden aus der Ukraine.

Weil mehreren Beweisanträgen von Pflichtverteidiger Christian Kusche nachgegangen werden soll und ein wichtiger Zeuge nicht erschienen war, war der Sachverhalt gestern nicht ausreichend aufzuklären. Der Prozess wird am 11. Mai um neun Uhr fortgesetzt. zum tage

Von Karl Schönholtz

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