Anklage gegen Niederaulaer Beigeordneten

Vorwurf: Geheimnis der Wahl verletzt

Niederaula. Der Beigeordnete der Marktgemeinde Niederaula und Vorsitzende des SPD-Ortsvereins Niederaula, Walter Freund, steht im Verdacht, bei der Bürgermeisterwahl im September 2014 das Wahlgeheimnis verletzt zu haben.

Die Staatsanwaltschaft Fulda hat wegen hinreichenden Tatverdachts Anklage erhoben. Das bestätigte Oberstaatsanwalt Lars Streiberger auf Anfrage unserer Zeitung. Verletzung des Wahlgeheimnisses ist ein Straftatbestand, der bei Verurteilung mit bis zu zwei Jahren Freiheitsstrafe oder Geldstrafe geahndet wird.

Freund wird vorgeworfen, bei der Bürgermeisterwahl am 28. September vergangenen Jahres als Wahlhelfer im Wahllokal einen Stimmzettel entgegengenommen zu haben. Dabei soll er nachgesehen haben, welcher Bewerber angekreuzt wurde.

Bei der Wahl im September hatte sich Amtsinhaber Thomas Rohrbach (parteilos) mit 73,6 Prozent der Stimmen gegen Herausforderer Sascha Bayer durchgesetzt. Rohrbach war von der SPD, Bayer von CDU, AfD, Grünen und dem Verein Bürger für Niederaula unterstützt worden. Angezeigt wurde der Vorfall nicht von dem betroffenen Wähler, sondern vom unterlegenen Kandidaten.

Walter Freund wollte sich mit Hinweis auf den derzeitigen Verfahrensstand gegenüber unserer Zeitung nicht zu den Vorwürfen äußern. (jce)

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