Prozess gegen 22-Jährigen aus Bebra vor dem Schöffengericht

Vorwurf: Ex-Freundin in Toilette vergewaltigt

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Bad Hersfeld. Schwere Vorwürfe gegen einen 22-jährigen Mann aus Bebra: Er soll im März 2012 seine damals 17 Jahre alte Ex-Freundin in eine öffentliche Toilette gelockt und dort vergewaltigt haben. Zu Prozessbeginn gestern vor dem Schöffengericht des Amtsgerichts Bad Hersfeld schwieg der Angeklagte.

Staatsanwalt Werner Stock hatte den Tatvorwurf so zusammengefasst: Gegen 19.30 Uhr hätten sich die beiden zu einer Aussprache über ihre gerade beendete Beziehung an der Bebraer Bismarckstraße getroffen. Unter einem Vorwand habe der junge Mann das Mädchen zu dem Klohäuschen gelockt, es hineingezogen und die Tür verriegelt.

Mit der Drohung „Wenn du nicht machst, was ich will, bringe ich dich um“ habe er die 17-Jährige zunächst zum Oralverkehr genötigt. Danach habe er sie auf den Boden gezogen, entkleidet und vergewaltigt. Beide Male sei es bis zum Ende gekommen.

Gegenüber der Polizei hatte der Bebraer kurze Zeit nach der Tat seine Anwesenheit in der Toilette und gemeinsamen Sex eingeräumt. Dieser sei aber einvernehmlich gewesen.

Mit Rücksicht auf ihr Alter und die Intimsphäre wurde die Geschädigte gestern zum unmittelbaren Tatgeschehen unter Ausschluss der Öffentlichkeit befragt. Nach Informationen unserer Zeitung hat die junge Frau die Anklage zwar nicht in allen Details, jedoch im Wesentlichen bestätigt.

Zuvor hatte sie die etwa dreimonatige Beziehung zum Angeklagten als „okay“ beschrieben. Gelegentlichen Streit habe es wegen seiner Eifersucht gegeben. Diese sei, so räumte die Zeugin ein, nicht unbegründet gewesen. Gewalttätig sei er jedoch bis zur Tat nicht geworden.

Der 22-Jährige muss sich darüber hinaus nach einer Schlägerei vom 27. Juni wegen Körperverletzung verantworten. Der Prozess wird morgen fortgesetzt.

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Von Karl Schönholtz

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