Wiederaufnahme bei den Bad Hersfelder Festspielen

Wechsel bei "Cabaret": Kathrin Ackermann ist neu im Ensemble

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Treffpunkt Obstladen: Helmut Baumann und Kathrin Ackermann spielen bei den Bad Hersfelder Festspielen im Musical „Cabaret“ das Liebespaar Herr Schulz und Fräulein Schneider. Ihr Lied ist das mit der Ananas ...

Bad Hersfeld. Wenn Gil Mehmerts gefeierte „Cabaret“-Inszenierung ab dem 12. August erneut auf dem Spielplan der Bad Hersfelder Festspiele steht, dann ist fast alles wie im vergangenen Jahr: Helen Schneider kommt wieder, Bettina Mönch ist Sally Bowles, und Helmut Baumann spielt den Obsthändler Herr Schulz. Eine aber ist neu im Ensemble: Kathrin Ackermann hat anstelle von Judy Winter die Rolle des Fräulein Schneider übernommen.

Die Frage, wie man als Neuling in eine fertige Produktion einsteigt, beantwortet ihr Partner Helmut Baumann kurz und bündig: „Indem man von vorne anfängt.“ Tatsächlich sind die beiden seit dem vergangenen Montag dabei, die späte Liebe der älteren Herrschaften neu zu entwickeln. „Wir sind zwei Individuen, das kann man nicht einfach austauschen,“ sagt Baumann und verweist darauf, dass das auch „mit Chemie und Temperament zu tun hat“.

Völlig unbefangen

Kathrin Ackermann ist ihrerseits völlig unbefangen nach Bad Hersfeld gekommen. Die Rolle der Zimmerwirtin hat sie noch nie gespielt und von den Vorjahresaufführungen nur ein paar Videosequenzen gesehen. „Damit kann ich nicht viel anfangen“, stellt sie fest. Vielmehr vertraut Ackermann ihr bekannten Kollegen wie Baumann und Mehmert.

Im Musical sind ohnehin beide seit vielen Jahren zuhause: Helmut Baumann ist längst eine lebende Legende des Genres, sowohl auf der Bühne wie dahinter als Regisseur. Kathrin Ackermann lehrt ihrerseits seit mehr als einem Dutzend Jahren Musicalgestaltung an der August Everding-Akademie in München.

Einig sind sich beide auch in ihrem Unverständnis über die nur in Deutschland übliche Trennung von E und U – also ernster Musik und Unterhaltung. „Hier gibt es zu viele Oberlehrer,“ frotzelt Baumann und spricht von „Dünkel“.

Die Guten überleben

Was den Vergleich zwischen Musical-Klassikern und jüngeren Produktionen wie etwa „Aladdin“ angeht, äußert sich Baumann diplomatisch: „West Side Story, May Fair Lady und Cabaret werden überleben, weil es gute Stücke sind. Andere – auch wenn sie mal ein Hit waren – sind plötzlich weg.“

Am Abend stand für die beiden Darsteller ein Klassiker auf dem Programm, „My Fair Lady“ in der Stiftsruine – allerdings als Zuschauer. „Da sitzen wir unter Dach“, schmunzelte Baumann, „spielen ist dann was anderes.“ Spricht’s und erzählt seiner neuen Partnerin vom pitschnassen Sofa, auf das sich Herr Schulz und Fräulein Schneider im vergangenen Jahr während einer Regenvorstellung fallen lassen mussten. „Doch ich habe einen Plan B“, fügt Baumann mit Augenzwinkern hinzu, „wenn es wieder so regnet, dann umarmen wir uns einfach im Stehen.“

„Cabaret“ ab 12. August. Tickets: Telefon 06621/640200

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