Vorfreude und Gegrummel bei den Festspielen

Noch sechsmal schlafen, dann gibt es endlich einen Spielplan für die Bad Hersfelder Festspiele 2015: Für Freitag nächster Woche hat der neue Intendant Dieter Wedel zur Pressekonferenz geladen. Wir sind gespannt, denn dann kann endlich auch der Vorverkauf beginnen – hoffentlich noch rechtzeitig für das Weihnachtsgeschäft.

Mittlerweile hat sich auch herumgesprochen, dass Wedels Vorgänger Holk Freytag im nächsten Jahr noch einmal in der Stiftsruine inszenieren wird. Damit soll wohl auch die juristische Auseinandersetzung um Freytags umstrittene Entlassung beigelegt werden. Der unsägliche Festspielstreit, in dem alle Beteiligten Schaden genommen haben, würde damit auch nach außen hin beendet.

Allerdings deutet sich bei den Festspielen neues Ungemach an. Die Hersfelder Grünen kritisieren die Pläne für eine neue Zuschauertribüne, die der Intendant wegen angeblicher Sicherheitsbedenken schon für die nächste Spielzeit gefordert hat. Zwar erschließt sich aus der Pressemitteilung der Partei nicht so ganz, welches Porzellan Dieter Wedel schon jetzt zerschlagen haben soll, doch die Unzufriedenheit mit dem forschen Vorgehen des Intendanten wird deutlich. Und die Grünen stehen nicht alleine da: auch der Fraktionspartner SPD grummelt, wenn bei steigenden Kindergartengebühren mehr Geld für die Festspiele locker gemacht werden soll.

Die Nachricht, dass die Alheimer-Kaserne in Rotenburg möglicherweise als Unterkunft für Asylbewerber in Betracht gezogen wird, hat in der Nachbarstadt für Unmut gesorgt – verständlicherweise. Nicht wegen der geflüchteten Menschen, denen natürlich geholfen werden muss. Sondern wegen der ach so einfachen Lösung für ein Problem, von dem die Zukunftsfähigkeit Rotenburgs ganz wesentlich abhängt. Für die weitere Nutzung der für viel Geld modernisierten und bald aufgegebenen militärischen Einrichtung war zuletzt auch über die Verlegung eines Bataillons aus Bayern an die Fulda spekuliert worden. Das hätte den gordischen Knoten zerschlagen. Ein Flüchtlingslager macht ihn jedoch noch ein bisschen dicker als ohnehin schon.

Der hochrangige NPD-Funktionär aus dem Haunetal, der durch seine Mitgliedschaft in einem örtlichen Verein für Aufsehen gesorgt hatte – ein Thema unserer Kolumne vom vergangenen Samstag –, hat diesen mittlerweile verlassen.

Karl Schönholtz

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