Gewerkschaften geben sich zurückhaltend – Heute neue Runde

Vorerst keine neuen Kita-Streiks im Kreis

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Öffentlicher Protest: In Bad Hersfeld gingen Beschäftigte des Erziehungs- und Sozialdienstes auf die Straße.

Hersfeld-Rotenburg. Die Eltern im Landkreis Hersfeld-Rotenburg müssen vorerst wohl keine neuen Streiks in den kommunalen Kindertagesstätten fürchten. Im Gegensatz zu Verdi-Bundeschef Frank Bsirske geben sich die heimischen Gewerkschafts-Vertreter zurückhaltend.

Bsirske hatte neue Streiks ab Oktober in Aussicht gestellt, nachdem die Bundestarifkommission den Schlichterspruch im Tarifstreit für den Sozial- und Erziehungsdienst abgelehnt und die Arbeitgeber zu einem besseren Angebot aufgefordert hatte. „Streik ist kein Selbstzweck“, sagt Angelika Kappe, Geschäftsführerin von Verdi Osthessen. Man müsse nun aber ohnehin erstmal abwarten, welches Ergebnis die neue Verhandlungsrunde zwischen der Bundestarifkommission und der Vereinigung kommunaler Arbeitgeberverbände heute in Offenbach bringt.

Gestern Abend trafen sich die betroffenen Verdi-Mitglieder aus ganz Osthessen in Bad Hersfeld, um über die aktuelle Situation zu sprechen, und darüber, wie es weitergehen könnte. Anstelle eines erneuten dauerhaften Streiks könnten zum Beispiel andere Formen des Protests treten.

Kritik übt Kappe unter anderem an der Ungleichbehandlung etwa von Beschäftigten mit Leitungsfunktion und ohne sowie zwischen denen im Erziehungs- und im Sozialdienst. „Man muss mit Bedacht vorgehen“, sagt auch Armin Leckel, Vorsitzender des Komba-Kreisverbands. Die Fachgewerkschaft für Beschäftigte der öffentlichen Hand hat ebenfalls einen Vertreter in der Bundestarifkommission. Die Meinung zu weiteren Streiks sei in seiner „Truppe“ geteilt. Leckel kritisiert vor allem die zu geringe Vergütung während der langen Ausbildungszeit.

Bei der Stadt Bad Hersfeld, die mit den meisten kommunalen Einrichtungen besonders betroffen war, ist man ebenfalls gelassen. „Wir müssen die Entwicklungen abwarten“, so Sprecher Meik Ebert. Mit den bereits vorhandenen Notfallplänen sei man aber gut vorbereitet.

Von Nadine Maaz

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