Gestiegene Rohstoffpreise bereiten Sorgen - Fachkräfte fehlen

Volle Auftragsbücher: Handwerk blüht weiter

Hersfeld-Rotenburg. Das Handwerk ist die Konjunkturlokomotive Nordhessens. Das macht die Sommerumfrage der Handwerkskammer Kassel deutlich. Demnach hält die gute konjunkturelle Situation im Handwerk an, und sie hat auch im zweiten Quartal 2011 nichts von ihrer Dynamik verloren. Im Gegenteil: Es konnte noch zugelegt werden. Von einem Plus bei den Auftragseingängen berichtet jeder vierte Betrieb.

Die über 15 800 Handwerksbetriebe im Kammerbezirk Kassel beurteilten die aktuelle sowie die künftige Geschäftslage besser als vor zwölf Monaten. Das hat zur Folge, dass der Geschäftsklimaindex auf 118,8 Punkte klettert und somit um 4,9 Punkte gestiegen ist. „Zuletzt war er 1992 so hoch“, sagte der Präsident der Handwerkskammer Kassel, Heinrich Gringel, während der Konjunktur-Pressekonferenz am Donnerstag in Bad Wildungen. „Der Optimismus ist ebenso gestiegen, wie die Umsätze“, so Gringel. Der Aufschwung habe inzwischen alle Branchen erfasst. Die industriellen Zulieferer sowie die Betriebe des Baugewerbes verzeichnen die besten Stimmungswerte. Sehr zufrieden zeigten sich die Kfz-Betriebe, die sich endgültig aus ihrem Tief herausbewegt hätten.

Neben der gestiegenen Auslandsnachfrage profitieren die heimischen Handwerksbetriebe von der besseren Binnennachfrage. Die Folge dieser Entwicklung: Neueinstellungen. Doch sei man dabei derzeit an eine Grenze gelangt. „Es gibt keine Fachkräfte mehr für das Handwerk“, sagt Gringel. Das habe zur Folge, dass mancher Auftrag nicht termingerecht ausgeführt werden könne. Daher werde das Handwerk mehr ausbilden und so selbst für Fachkräfte sorgen.

Sorge bereiten den Betrieben auch die gestiegenen Einkaufspreise bei Rohstoffen, Betriebsmitteln und Energie. Doch noch schlage sich das nicht auf die Preise nieder.

Zum Tage HinTergrund

Von Maja Yüce

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