Im Weihnachtsgeschäft haben die 4000 Mitarbeiter in Bad Hersfeld alle Hände voll zu tun

Volldampf bei Amazon

Packen im Akkord: Mathias Schmieder arbeitet seit 2011 bei Amazon. Er muss an seinem Arbeitsplatz die Ware einscannen und verpacken. Das System sagt ihm dabei genau, welchen Karton und wie viel Klebeband er braucht. Fotos: Rössing

Bad Hersfeld. Zum Weihnachtsgeschäft beschäftigt das Online-Versandhaus Amazon in seinen beiden Logistikzentren in Bad Hersfeld und am Eichhof fast 4000 Mitarbeiter aus 45 Nationen. „Dabei sind etwa 3000 Beschäftigte fest angestellt, 80 Prozent davon unbefristet“, sagt Robert Marhan, Standortleiter des Zentrums in Bad Hersfeld.

Durchschnittlich 1000 kommen jedes Jahr im November dazu: „Innerhalb von zehn Tagen haben wir nun fast 500 Mitarbeiter eingestellt. Im Laufe der nächsten Woche soll das Einstellungsverfahren schon abgeschlossen sein“, erklärt er.

Millionen von Artikeln

Dass Amazon die zusätzlichen Kräfte braucht, ist klar: Während des Weihnachtsgeschäfts boomt der Verkauf. Der Spitzentag war im vergangenen Jahr der 15. Dezember. Damals wurden weltweit über 4,6 Millionen Artikel bestellt. Das sind etwa 53 Bestellungen pro Sekunde.

Fakten wie diese und eine Führung durch das Logistikzentrum in Bad Hersfeld gab es gestern beim Amazon-Pressetag. Das weltweit agierende Unternehmen, das 1995 in einer Garage in Seattle (USA) startete, beschäftigt heute 149 500 Mitarbeiter weltweit.

Diese bekommen nach zwei Jahren Tätigkeit Aktien des Unternehmens. Auch um die Aus- und Weiterbildung der Beschäftigten kümmert sich Amazon durch mehrere Programme. In Bad Hersfeld gibt es außerdem eine enge Zusammenarbeit mit der Schwerbehindertenvertretung.

Am Standort Bad Hersfeld gibt es auf rund 110 000 Quadratmetern vier Lageranlagen, in denen Bestellungen angenommen, zusammengesucht („gepickt“), verpackt und verschickt werden. Im ersten Arbeitsschritt wird neue Ware gescannt, um danach auf Rollwagen, den sogenannten Carts, in die Regalreihen der mehrstöckigen „Picktower“ gebracht zu werden. In diesen lagern alle möglichen Artikel, von Kleidung über Regenschirme bis hin zu Elektronik und Spielzeug.

Videobericht

Nachdem die „Picker“ die bestellte Ware aus den riesigen Regalreihen gefischt haben, werden die Artikel verpackt. Dabei werden sie erneut gescannt, damit das System automatisch eine geeignete Verpackung dafür auswählen kann. Ist die Ware in Karton oder Tüte, wird das Klebeband dafür in passender Länge produziert und vom Mitarbeiter befestigt.

Bestellen bis zum Fest

Im letzten Schritt wiegt eine Sortieranlage das Paket, druckt das Versandetikett auf und schickt es auf das richtige Laufband für die jeweilige Region. Für Kurzentschlossene erklärt Robert Marhan: „Bestellungen werden sogar bis zum frühen Morgen des Heiligabends angenommen und rechtzeitig geliefert“ – was dann allerdings einiges an Versand kostet.

Von Sarah Rössing

Kommentare