Hessische Gesellschaft für Ornithologie und Naturschutz hat Broschüre herausgegeben

Vogelschutz in der Fuldaaue

Ein bunter Vogel: Der Eisvogel verteidigt seinen Ansitz gegen einen Konkurrenten. Er ist der einzige gefährdete Brutvogel in Europa, der im neuen EU-Vogelschutzgebiet Fuldatal zwischen Rotenburg und Niederaula brütet. Foto:  Werner/nh

Hersfeld-Rotenburg. Der Arbeitskreis Hersfeld-Rotenburg der Hessischen Gesellschaft für Ornithologie und Naturschutz (HGON) stellt in einer Broschüre die typischen Vogelarten des neuen EU-Vogelschutzgebietes Fuldatal zwischen Rotenburg und Niederaula vor.

Dieses Schutzgebiet hat den Status eines bedeutenden und artenreichen Rast- und Überwinterungsgebietes und ist gleichzeitig ein gewichtiges Brutgebiet für Wasser-, Wat- und Wiesenvögel in Hessen.

In der 72 Seiten umfassenden Broschüre werden erstmals 111 typische Vogelarten des Schutzgebietes auf 174 Fotos dokumentiert. Weitere 60 Aufnahmen zeigen die Brut- und Rasthabitate. Fast alle Fotos wurden in der Region aufgenommen und sind mit exaktem Datum und Ort versehen. Eine Zusammenfassung von etwa 40  000 ornithologischen Daten geht bis ins Jahr 1970 zurück. Für die meisten Arten sind so aussagekräftige Angaben zu Status, Zugzeiten, Rast- und Bruthabitaten, bedeutenden Rast- und Brutgebieten, Populationsgrößen und Trends möglich. Das Heft ist zum Preis von zehn Euro im örtlichen Buchhandel oder beim Arbeitskreis erhältlich.

Filme im Internet

Auf der Internetseite der HGON und bei www.youtube.com/HGONeV kann man sich vom Verein produzierte Videoclips anschauen. Sie bieten Einblicke in die typischen Lebensräume der Fuldaaue und zeigen die Vögel an ihren Rastplätzen bei Nahrungssuche und Brutgeschäft.

Die Auswertung aller in Hessen vorliegenden Daten zeigte die Wertigkeit der Fuldaaue insbesondere für ziehende Vogelarten. So konnte die Aue zwischen Rotenburg und Niederaula in zwei Teilflächen von insgesamt 1713 Hektar als Vogelschutzgebiet mit hoher Bedeutung der Europäischen Union gemeldet werden.

Als Einziger der 182 gefährdeten europäischen Brutvögel wird der Eisvogel im neuen Schutzgebiet geführt. An Steilufern der Fulda wird die Nisthöhle gegraben, und in den umliegenden fischreichen Gewässern jagt er nach Kleinfischen.

EU-Richtlinie

Nach einer Richtlinie des Rates der EU über die Erhaltung der wild lebenden Vogelarten sind die im Gebiet der Mitgliedsstaaten heimischen Vögel zu schützen. Danach haben die Mitgliedsstaaten für alle diese Vogelarten eine ausreichende Flächengröße der Lebensräume zu erhalten oder wieder herzustellen.

Konkrete Schutzgebietsverpflichtungen gibt es für besonders bedrohte Arten. Für diese Vögel sollen die „zahlen- und flächenmäßig geeignetsten Gebiete“ zu Schutzgebieten erklärt werden. Weiter sollen für regelmäßige Zugvogelarten hinsichtlich ihrer Vermehrungs-, Mauser- und Überwinterungsgebiete sowie der Rastplätze in ihren Wanderungsgebieten entsprechende Schutzmaßnahmen ergriffen werden. Dies teilte Arbeitskreisleiter Arno Werner von der HGON in einer Pressemitteilung mit. (kes)

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