Einige Schulleiter begrüßen die Video-Überwachung an Schulen – weniger Zerstörung

„Völlig unverfänglich“

Fillip Fuchs zeigt ein kleines Schild für Videoüberwachung an der Gesamtschule in Niederaula. Fotos: Wenzel

Hersfeld-Rotenburg. Als „völlig unverfänglich“ bezeichnet Lutz Seibel, Schulleiter der Gesamtschule Niederaula, in der Diskussion um die Videoüberwachung an einigen Schulen im Kreis die Situation in Niederaula. Wegen unhaltbarer Zustände in den Toilettenräumen und massiver Beschwerden seien bei der Sanierung ab 2004 Kameras installiert worden – und das Ergebnis sei „toll“.

Schüler, Lehrer und Eltern seien informiert und würden die teilweise Überwachung an der Schule akzeptieren und begrüßen. Die Bilder der Kameras würden nur bei Bedarf ausgewertet, etwa wenn jemand einen Vorfall meldet. „Dann schauen wir nach, wer zur Tatzeit am Tatort war“, erklärt Seibel. „Ich will keinen Orwellschen Staat, aber wo es um Sicherheit und Prävention im öffentlichen Raum geht, ist das in Ordnung“, so Seibel.

An der Konrad-Duden-Schule in Bad Hersfeld werden lediglich die Eingänge der Schule per Video überwacht. „Das ist uns als Schule in der Stadtmitte wichtig, auch weil über die Volkshochschule viele Fremde Zugang zum Gebäude haben“, so Heike Salzmann, Leiterin des Realschulzweigs. Die Kameras, die aufzeichnen, wer das Gebäude betritt, seien sowohl zur Schulzeit als auch danach eingeschaltet. Laut Schulleiterin Susanne Hofmann seien Einbrüche oder auch Bedrohungen „faktisch bedeutungslos“ geworden.

Auch die Leiterin der Bad Hersfelder Grundschule „An der Sommerseite“, Gudrun Faber-Döring, bezeichnet die Sicherheit dank der Video-Anlage als „deutlich erhöht“. Installiert worden sei diese aufgrund erhöhter Vandalismus-Vorfälle auf Wunsch und auf Betreiben der Schulleitung und des Schulfördervereins. Der Förderverein habe auch einen großen Teil der Kosten für die Hardware übernommen. Eingesehen werden könnten die Videoaufzeichnungen nur in Gegenwart beziehungsweise mit Genehmigung der Schulleitung.

An der Geistalschule in Bad Hersfeld hängen zwar noch die Hinweisschilder, aufgenommen wird derzeit aber nichts mehr. Wegen „eklatanter“ Zustände vor allem in den Mädchen-Toiletten hätten sich das Immobilienmanagement des Kreises und die Schulleitung vor rund zehn Jahren für Kameras entschieden, kurze Zeit später hätten die Anlagen aber schon nicht mehr funktioniert. Der stellvertretende Schulleiter Ulrich Eckhardt betont den „positiven Effekt“ der Überwachung und deren Notwendigkeit.

Keine Probleme mit der Überwachung der Toilettenvorräume haben die beiden Schulsprecher der Brüder-Grimm-Gesamtschule in Bebra, Michael Aydin und Noa Emilia Göbel. Mutwillige Zerstörungen seien drastisch zurückgegangen, seit die Kameras hängen. Und das fänden die Schüler gut. Das bestätigt auch Schulleiter Roland Klos. Seit 2003 gibt es die Videokameras in Bebra, damals wurden sie einvernehmlich mit dem Immobilienmanagement eingerichtet. Der Persönlichkeitsschutz der Schüler bleibe gewahrt, erklärte Klos. (nm/sis) Texte unten

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