Gesellschafterversammlung einig – Sechs-Millionen-Sanierung abgeschlossen

Vitalisklinik: Kein Verkauf

Ein Schuss Vitaliswasser für die Heilkräfte im sanierten Bewegungsbecken der Vitalisklinik: Chefarzt Prof. Dr. Gerd Oehler (links) und Prof. Lothar Seitz, Aufsichtsratsvorsitzender der städtischen Wirtschaftsbetriebe, vollzogen den symbolischen Akt. Fotos: Schönholtz

Bad Hersfeld. Die von der Stadt Bad Hersfeld übernommene und mit einem Aufwand von sechs Millionen Euro sanierte Vitalisklinik steht nicht zum Verkauf. Das hat die Gesellschafterversammlung der städtischen Wirtschaftsbetriebe, deren Bestandteil die Klinik ist, in einem Schreiben an den Vorsitzenden der Fraktionsgemeinschaft im Stadtparlament, Hans-Jürgen Schülbe, bekräftigt. Schülbe hatte eine Veräußerung der Fachklinik für Stoffwechselkrankheiten an das örtliche Klinikum sowie an das Herz- und Kreislaufzentrum in Rotenburg gefördert.

Spekulationen schaden

Die Absage an derartige Überlegungen verkündete der Aufsichtsratsvorsitzende der Wirtschaftsbetriebe, Prof. Lothar Seitz, gestern am Rande der (Wieder-) Eröffnung von Schwimmbad, Physiotherapie und kleiner Sauna in der Vitalisklinik. Mit diesen beiden Einrichtungen ist die bauliche und technische Erneuerung des Klinikgebäudes vorläufig abgeschlossen.

„Spekulationen über die ihre Zukunft schaden der Klinik“, sagte Seitz und erinnerte an den Mehrheitsbeschluss der Stadtverordneten, die sich für den Fortbestand der Einrichtung am Standort Bad Hersfeld ausgesprochen hatten. Hintergrund waren die Arbeitsplätze und die Konsolidierung des Kurbads.

2008 wurde die Klinik in die Wirtschaftsbetriebe integriert, das Management dem Klinikum übertragen. Nach dem Ausscheiden des bisherigen Geschäftsführers Hartmut H. Boehmer hat Mitte dieses Monats Hans Wilhelm Saal die Regie des Teilbetriebes Vitalisklink übernommen.

In den städtischen Gremien war zuletzt wegen der unbefriedigenden Patientenbelegung und des Jahresverlustes 2010 in Höhe von 1,1 Millionen Euro auch über Verkaufsoptionen diskutiert worden. Geschäftsführer Boehmer hatte im Vertrauen auf das gerade erst ausgearbeitete Sanierungskonzept jedoch um Geduld gebeten.

Architekt Frank Dorbritz berichtete von der besonderen Problematik, die Sanierung während des laufenden Klinkbetriebes vorzunehmen und diesen so wenig wie möglich zu beeinträchtigen. Das alles sei mit Blick auf das Gesamtkonzept geschehen, das unter anderem die Erneuerung sämtlicher Patientenzimmer vorsah. Auch die marode Haustechnik wurde auf die Höhe der Zeit gebracht. „Dabei sind wir sehr effektiv mit dem Geld umgegangen und haben nur das gemacht, was wirklich notwendig war,“ sagte Dorbritz.

Glücklicher Chefarzt

Chefarzt Prof. Dr. Gerd Oehler sagte, er sei „glücklich, dass unsere Einrichtung jetzt vollständig ist.“ Dann goss er gemeinsam mit Lothar Seitz eine Schale Heilwasser ins Becken, damit die Kräfte der Vitalisquelle auch hier wirken können.

Von Karl Schönholtz

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