Tierkrankheit in Bebraer Herde sicher – Mehr Fälle absehbar

Virus infiziert Lämmer schon im Mutterleib

Hersfeld-Rotenburg. Eine in Deutschland neue Tierkrankheit, hervorgerufen durch das sogenannte „Schmallenberg-Virus“, ist jetzt auch im Landkreis Hersfeld-Rotenburg angekommen. Zum ersten Mal wurde das Virus in der Herde eines Schafzüchters in einem Bebraer Stadtteil nachgewiesen.

Das bestätigte gestern Amtstierarzt Dr. Thomas Berge vom Fachdienst Veterinärwesen und Verbraucherschutz in Bad Hersfeld. Kreisweit haben weitere fünf Schafzüchter Verdachtsfälle gemeldet. Zehn bis zwanzig Prozent der Mutterschafe brachten missgebildete Lämmer zur Welt.

Proben werden noch im Landeslabor untersucht. Eine Bestätigung über den Virus liegt nicht vor, allerdings zeigen Neugeborene, die dem Schallenberg-Virus im Mutterleib zum Opfer gefallen sind, ein klassisches Erscheinungsbild mit missgebildeten Extremitäten und einer unnatürlich verdrehten Halswirbelsäule.

Auch Ziegen und Rinder

Bisher hat das Virus nur Schafe befallen. Ziegen oder Rinder sind ebenfalls gefährdet, allerdings wurden bei ihnen bislang im Landkreis keine Verdachtsfälle gemeldet.

„Seit etwa zwei Wochen gehen bei uns im Fachdiensts Meldungen von Schafhaltern ein, die das Vorkommen des Schmallenberg-Virus befürchten lassen“, erklärt Amtstierarzt Dr. Berge. Bisher hätten sich beim Amt fünf Schafhalter gemeldet, die in ihren Beständen zwischen zehn und 250 Tiere halten. Die Züchter meldeten die typischen Anzeichen wie missgebildete Lämmer, die meist schon tot zur Welt kommen oder bei denen kein Atemreflex zu beobachten ist.

Daraufhin wurden durch den Fachdienst bei Lämmern Blutproben entnommen und tote Lämmer zur Sektion eingeschickt. Gezielte Vorsichts- oder Bekämpfungsmaßnahmen sind nicht möglich. Wieviele Tiere im Kreis dem Virus zum Opfer gefallen sind, weiß niemand. ZUM TAGE/SEITE 2

Von Kurt Hornickel

Kommentare