Gericht verurteilte 20-jährigen Ludwigsauer wegen Vergewaltigung der Freundin

Vier Jahre für brutale Tat

Richterin: Michaela Kilian-Bock

Fulda/Ludwigsau. Ein 20-jährige Straßenbauer aus Ludwigsau, der seine Freundin im Oktober 2010 in der gemeinsamen Wohnung in Bebra verprügelt und vergewaltigt hatte, muss für vier Jahre in Jugendhaft.

„Der Angeklagte ist massiv und brutal gegen seine Freundin vorgegangen. Deshalb sind wir am oberen Rand der Absprache geblieben“, begründete Vorsitzende Richterin Michaela Kilian-Bock. Die Zweite Strafkammer des Landgerichts Fulda, Staatsanwältin Heike Meeuw-Wilken und Verteidiger Christian Kusche hatten zu Beginn des Verfahrens eine Absprache getroffen, dass der 20-Jährige maximal zu vier Jahren Haft verurteilt wird, wenn er ein umfassendes Geständnis ablegt.

Es blieb viel erspart

Dass er dieses Geständnis bereits zu Beginn der Verhandlung abgelegt habe, „das dem Opfer, seiner Familie und der auch der Familie des Angeklagten viel erspart hat“, war einer der entlastenden Punkte, die Kilian-Bock in ihrer Urteilsbegründung nannte. Sie verwies auch auf seine Drogensucht, die nach Überzeugung des Gerichts zu einer verminderten Schuldfähigkeit zum Zeitpunkt der Tat geführt habe. Das Opfer, eine heute 19 Jahre alte Auszubildende, habe nach den brutalen Übergriffen des Freundes ein ganz neues Leben anfangen müssen.

Entlastend für den Angeklagten sei auch, dass er nach dem fürchterlichen Autounfall vom 21. Februar 2009, bei dem seine frühere Freundin ums Leben gekommen war, mit seinen seelischen Nöten allein gelassen worden sei. „Sie haben glaubhaft Einsicht und Reue gezeigt. Es ist bei Ihnen angekommen, was Sie dem Opfer angetan haben“, sagte die Vorsitzende Richterin. Die auf den Unfall folgende Verurteilung zu einem Jahr und vier Monaten Haft wird in das jetzige Urteil einbezogen. Der Angeklagte, der zur Tatzeit knapp 19 Jahre alt war, wurde nach Jugendstrafrecht verurteilt.

Mit dem Tode bedroht

Die Kammer zeigte sich überzeugt, dass der Angeklagte seine Freundin im September und Oktober 2010 mehrfach verprügelte, sie zweimal mit dem Kopf gegen den Wand schlug, sie würgte, sie mit einem Kissen fast erstickte, ihr mit dem Tod drohte und sie schließlich zweimal vergewaltigte. Er habe aus Eifersucht auf einen Bekannten seiner Freundin gehandelt.

Das Urteil ist noch nicht rechtskräftig. Der jetzt verurteilte Täter bleibt weiter in Haft.  zum tage

Von Volker Nies

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