Das Behaarte Schaumkraut gehört zur Familie der Kreuzblütler und wächst am Eichhof

Vier Blätter als Markenzeichen

Sogar essbar: Auch das Behaarte Schaumkraut gehört zu den sogenannten Kreuzblütlern. Uta Engel hat dieses Exemplar am Rande des Lehrgartens von Hessen Forst am Eichhof in Bad Hersfeld gefunden. Foto: Maaz

Bad Hersfeld. Die Blüten der Kreuzblütler sind meist gelb oder weiß, es gibt aber auch lilafarbene oder rötliche. Was die sogenannten Kreuzblütler eint, sind die Anzahl und die Anordnung der Blütenteile: Vier Kron- oder Blütenblätter sowie vier Kelchblätter haben die Pflanzen aus dieser Familie. Und daher kommt auch der Name.

„Wenn man von oben draufschaut, sieht man ein Kreuz“, erklärt Uta Engel vom Servicezentrum für Forsteinrichtung und Naturschutz (Fena) beim Landesbetrieb Hessen-Forst schmunzelnd. Die Landschaftsplanerin und Angestellte im Sachbereich Naturschutz beschäftigt sich seit vielen Jahren mit Pflanzen und ihren Lebensräumen, und bietet auch Führungen durch den Lehrgarten Lebensräume am Eichhof an.

3000 Kreuzblütler weltweit

Weltweit gibt es circa 3000 Arten der Kreuzblütengewächse (Brassicaceae) aus fast 400 Gattungen. In Deutschland sind rund 200 einheimische Arten aus dieser Pflanzenfamilie bekannt, viele davon sind Ruderalpflanzen, die auf vom Menschen veränderten Flächen wachsen, zum Beispiel auf Schotter. Eine Art, die sich spontan im Lehrgartens von Hessen Forst angesiedelt hat, ist das Behaarte Schaumkraut (Cardamine hirsuta). Es wächst fünf bis 15 Zentimeter hoch, hat weiße Blüten und blüht ab März mit mehreren Generationen im Jahr.

„Früher war das Behaarte Schaumkraut eher selten in Deutschland“, weiß Uta Engel. „In den 80er-Jahren hat sich die Pflanze in den Gärten und auf offenen Flächen allerdings explosionsartig ausgebreitet.“ Ausgangspunkt dafür könnten Gärtnereien und Baumschulen gewesen sein. Sieben verschiedene Schaumkraut-Arten gibt es in Hessens Gärten, Wäldern und Wiesen.

Brunnenkresse und Zahnwurz

Weitere Beispiele für Kreuzblütler sind Brunnenkresse, Silberblatt, Zahnwurz, Knoblauchsrauke, Färberwaid, Hungerblümchen sowie Meerrettich und Hirtentäschel, das in früheren Zeiten zur Behandlung von Wunden genutzt wurde.

Zur Familie der Kreuzblütler gehören aber auch viele Kultur- und Zierpflanzen, wie Raps, Senf, Radieschen, Rettich, Rukola und alle Kohlarten.

Viele wild wachsende Kreuzblütler sind übrigens essbar und eignen sich mit ihrem meist scharfen Geschmack etwa zum Würzen von Salaten oder Suppen. Aber Vorsicht: „Wildpflanzen sollte man nur essen, wenn man sich damit auskennt“, warnt Ute Engel, die selbst auch gerne mal zu Wildkräutern aus dem heimischen Garten greift.

Von Nadine Maaz

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