Anspruchsvolles Konzert zum Abschluss der Chorsängertage im Bach-Haus

In vielstimmiger Einheit

Etwa zwei Drittel weibliche und ein Drittel männliche Chorsänger begeisterten zum Abschluss der Chorsängertage ihr Publikum im Bach-Haus. Foto: Urban

BAD HERSFELD. Etwa 45 aktive Chorsängerinnen und -sänger aus ganz Deutschland waren am Mittwochabend zu den Chorsängertagen in die Lullusstadt gekommen. Nach nur drei Probetagen präsentierten sie am Samstag, 5. Januar, ein gelungenes Konzert unter der Leitung von Kammermusikdirektor Professor Klaus-Jürgen Teutschbein. Passend zum Ende der Weihnachtszeit genossen am Vorabend des Tages der Heiligen Drei Könige knapp 100 Zuhörer im Bach-Haus Choräle, Lieder und Orgelmusik.

Organist Rolf Henry Kunze eröffnet das Programm mit Johann Sebastian Bachs Toccata und Fuge in d-Moll an der großen Orgel. Die Akustik des Bach-Hauses gleicht der einer Kirche. Volle wie zarte Orgeltöne erfüllen den letzten Winkel des Raumes. Kunzes Finger und Füße fliegen über Tasten und Pedale und stimmen die Zuhörer mit fließenden Übergängen und harmonischen Läufen ein.

Harmoniewellen

Nachdem der letzte Orgelton verklungen ist, erheben sich die Sänger gleichzeitig mit kurzem, dumpfem Rauschen. Teutschbein gibt den Ton an, nimmt Blickkontakt auf, hebt die Hand und führt die vielfältigen Stimmen in wunderbaren Harmoniewellen durch „Gib unsern Fürsten“ von Heinrich Schütz.

Konzentriert folgen die Sängerinnen und Sänger den Zeichen ihres Weimarer Dirigenten. Das Programm reicht von getragenen, anbetenden Stücken von Max Reger und César Franck über Felix Mendelssohn Bartholdys fröhlich, schwungvolles „Weihnachten“ bis zur melodisch spannungsgeladenen Erinnerung der Hirten in „Wisst ihr noch, wie es geschehen“ von Christian Lahusen.

Erhebender Hörgenuss

Für Johann Sebastian Bachs „Wie schön leuchtet der Morgenstern“ kommt Kunze von der großen Orgel auf der Empore herunter zur kleinen neben dem Chor. Mit dessen vielstimmiger Einheit wird das bekannte Kirchenlied zum erhabenen Choral und erhebenden Hörgenuss. Und Solistin Anne-Kathrin Schwimmers klarer Sopran krönt „Das Volk, das im Finstern wandelt“ von Rudolf Mauersberger.

Die hingebungsvolle Sangesfreude sowie die extrem kurze Probezeit des zusammengewürfelten Chores lassen kleine Unsicherheiten bei einigen Einsätzen vergessen.

Himmlische Freude

Volle Harmonie aus dem Friedenswunsch in Helmut Barbes „O Bethlehem, du kleine Stadt“ und himmlische Weihnachtsfreude übertragen sich, als die Sänger ihre Gäste mit einem Kreis einbinden und Camille Saint-Saens „Tollite hostias“ intonieren. Der begeisterte Schlussapplaus ebbt erst ab, als Teutschbein den Abendsegen „Bleib bei uns, denn es will Abend werden“ als Zugabe ankündigt.

Von Dagmar Urban

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