Vielleicht kommt alles ganz anders

Karl Schönholtz

Die Entlassung von Festspiel-Intendant Holk Freytag ist auch mehr als vier Wochen nach dem Magistratsbeschluss das beherrschende Thema der Bad Hersfelder Stadtpolitik.

Die Sitzung des Kulturausschusses in dieser Woche hat allerdings gezeigt, dass es dazu nichts mehr zu sagen gibt, was nicht schon an anderer Stelle gesagt wurde. Das ist in doppelter Hinsicht schlecht: Zum einen kratzt jede neue Debatte weiter am Image des Festivals, und zum anderen wird die Vorbereitungszeit für 2015 mit jedem Tag ohne neuen Intendanten bedenklich knapper. Dass Bürgermeister Thomas Fehling für Ende September einen Personalvorschlag angekündigt hat, kann da nicht wirklich beruhigen. Schließlich beginnt der Vorverkauf üblicherweise Ende Oktober, und zuvor muss dafür noch die Werbetrommel gerührt werden. Wie das funktionieren soll, steht dahin. Aber vielleicht kommt es ja ganz anders. Insider wollen wissen, dass die Kündigung Freytags ein weiteres Mal auf die Tagesordnung kommt, in der Stadtverordnetenversammlung am kommenden Donnerstag und möglicherweise auch im Magistrat, der dann ohne den urlaubenden Bürgermeister tagt. Wir sind gespannt.

Neue Besen kehren gut, heißt es im Volksmund. Die Neuausrichtung der Bad Hersfelder Mitmach-Ausstellung „wortreich“ unter Karina Gutzeit hin zum Tagungsgeschäft klingt deshalb auch durchaus vielversprechend. Die neue Chefin scheint allerdings mit eisernem Besen zu kehren: Mehreren Mitarbeitern wurde gekündigt, darunter auch der bisherigen Verantwortlichen für Marketing und Öffentlichkeitsarbeit. Jetzt muss sich das Arbeitsgericht mit dem „wortreich“ beschäftigen.

Die türkisch-islamische Gemeinde in Bad Hersfeld sucht bekanntlich nach neuen, größeren Räumlichkeiten für eine Moschee. Zuletzt war die ehemalige Abfüllhalle der Naturquellen hinter der Stadthalle in den Blickpunkt der Gemeinde geraten, zumal die Stadt das Gebäude vom Land erworben hatte. Die Kommune befürchtet jedoch zuviel Autoverkehr in diesem Bereich und sucht nun nach einem anderen Gebäude, das sie der Gemeinde anbieten kann.

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