Gesamtschule Geistal präsentierte sich und ihren Schwerpunkt Hochbegabtenförderung

Vielfalt als Prinzip

Spannende Dinge lassen sich mit Hilfe des Mikroskops entdecken. Wie man es richtig macht, zeigten die Geistalschüler ihren Gästen beim Tag der offenen Tür. Fotos: Zacharias

Bad Hersfeld. Lernen Hochbegabte besser, wenn sie unter sich sind mit anderen Kindern mit besonderen Talenten oder wenn sie in ihrem vertrauten Umfeld mit Gleichaltrigen unterschiedlicher Begabungen zusammen zur Schule gehen? Das ist eine der wesentlichen Fragen, die sich bei der Förderung von Hochbegabten immer wieder stellt.

Im hessischen Kultusministerium kümmert sich Ministerialrat Walter Diehl um die besonders klugen Kinder. Er war jetzt zu Gast an der Gesamtschule Geistal, wo er zum Auftakt des Tages der offenen Tür Eltern, Lehrkräfte und Schüler in einem Vortrag darüber informierte, warum gerade Integrierte Gesamtschulen besonders geeignet sind, Hochbegabte zu fördern.

Diese seien, das betonte Diehl mehrfach, ganz normale Kinder. Sie seien in der Regel nicht mit mehr Problemen belastet als andere Kinder. Sie seien auch nicht unbedingt besonders gute Schüler. Ihre Interessen richteten sich oft auf Freizeitaktivitäten und Hobbies. Hochbegabte bräuchten genau wie alle anderen Kinder ihr vertrautes soziales Umfeld. Und es sei sinnvoll, sie nicht nur über zusätzliche Angebote zu fördern, sondern bereits im Unterricht zu differenzieren und Angebote für interessierte Kinder mit schneller Auffassungsgabe zu machen. „Eine Separation der Hochbegabten ist nicht notwendig“, gab Diehl die Ergebnisse der empirischen Forschung wieder. Zudem entspreche es dem Wunsch der Eltern, dezentrale, heimatnahe Angebote für Kinder mit einem Intelligenzquotienten von über 130 zu haben. Durchschnittlich jedes 44. Kind verfügt über eine so hohe Intelligenz.

Besonders engagiert

Differenzierung im Unterricht, kombiniert mit zusätzlichen Angeboten entspreche genau dem Profil der Integrierten Gesamtschulen, stellte Walter Diehl fest. Ausdrücklich lobte er die Gesamtschule Geistal, die sich hier besonders viel Mühe gebe. Die Schule engagiert sich besonders in der Förderung von Hochbegabten.

Wie so ein differenzierter Unterricht aussehen kann und welche Vielfalt von Angeboten es für Kinder mit ganz unterschiedlichen Talenten gibt, das präsentierte die Geistalschule anschließend während eines bunten und unterhaltsamen Tages der offenen Tür. So stellten sich unter anderem die Junior-Firma, die Kinderuni-AG, die Chinesisch-AG, der bilinguale Unterricht oder die sozialen Projekte der Geistalschule vor. Es gab mathematische Knobeleien, chemische Experimente zum Mitmachen, ausgefeilte Lego-Roboter, eine szenisch dargestellte Ballade, Informationen zur Berufsorientierung sowie ganz normalen Schnupper-Unterricht und jede Menge weitere Angebote für alle, die sich über die Geistalschule informieren wollten.

Zur Stärkung wurden alkoholfreie Cocktails, Kaffee und Kuchen angeboten.

Von Christine Zacharias

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