28. Internationales Freundschaftsfest setzt Akzente für ein vielfältiges Miteinander

Auf Vielfalt einlassen

Passende Antwort: Hartmut Futterlieb präsentiert ein Plakat, das das Füreinander in den Mittelpunkt stellt. Fotos: Apel

BAD HERSFELD. Ganz im Zeichen eines noch engeren Miteinanders und Füreinanders stand das 28. Internationale Freundschaftsfest im Bürgerhaus Hohe Luft. Grund war die NPD-Kundgebung, gegen die bereits am Samstag über alle Parteigrenzen hinweg demonstriert worden war.

Bürgermeister Thomas Fehling wertete die Gegendemonstration als „deutliches Zeichen“ gegen Intoleranz. Er verhehlte allerdings auch nicht, dass er es begrüßt hätte, wenn wenigstens ein Teil der Demonstranten zum Freundschaftsfest gekommen wäre. Des Weiteren unterstrich er, dass „alle davon profitieren, wenn jeder seine Kultur bewahrt, in die Stadtgesellschaft einbringt, und wenn wir diese dann gemeinsam weiterentwickeln.“

Mehr erleben

Kreisbeigeordneter Klaus Renschler appellierte angesichts des Mottos der Interkulturellen Woche „Wer offen ist, kann mehr erleben“ an alle Mitbürger, sich dem Anderen zuzuwenden und auf die Vielfalt der Welt einzulassen. Ausdrücklich dankte er Bürgermeister Fehling, dass er den Mut gehabt habe, die als volksverhetzend empfundenen NPD-Plakate entfernen zu lassen.

Ähnlich äußerte sich Sahin Cenik, der Vorsitzende des Ausländerbeirats der Kreisstadt. Eindringlich beklagte er den immer wieder zu Tage tretenden Rassismus („Die Menschenwürde ist unteilbar“), angesichts des nahenden Wahltermins aber auch, dass Ausländer auch dann nicht wählen dürfen, wenn sie schon lange in einer Stadt leben, arbeiten und Steuern zahlen.

Hartmut Futterlieb verwies darauf, dass es für Migration immer einen Grund gebe. Gemeinsam mit Werner Schnitzlein von der Christlich-Jüdischen Gesellschaft führte er durch das wie immer vielgestaltig und bunt zusammengestellte Nachmittagsprogramm. Angefangen beim weithin bekannten Saxophonisten Laurenz Wenk bis hin zu Tanzgruppen aus aller Herren Länder gaben alle ihr Bestes. Was natürlich auch für die vielen Küchenfeen galt, die ein abwechslungsreiches, internationales Büfett aufgebaut hatten, an dem sich alle laben konnten. Darüber hinaus war es eine gute Grundlage für angeregte Gespräche.

Von Wilfried Apel

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