Studie: Energie-Effizienz ist weit unter dem heutigen Standard

Viele Wohnungen sind zu alt und unmodern

Hersfeld-Rotenburg. Nahezu zwei Drittel aller Wohnungen und Häuser im Landkreis Hersfeld-Rotenburg stammen aus der Zeit vor 1970 – viele davon sogar aus den Nachkriegsjahren. Das zeigt eine Studie des Pestel-Instituts, die der Deutsche Mieterbund und Verbände der Bau- und Immobilienbranche in Auftrag gegeben haben.

Lediglich 15 Prozent des aktuellen Wohnungsbestandes sind nach dem Jahr 1990 gebaut worden. „Ein Großteil der Wohnungen ist weit von dem entfernt, was heute Standard ist“, sagt Pestel-Institutsleiter Matthias Günther. Im Hinblick auf Energieverbrauch, altersgerechtes Wohnen ohne Treppen und Stolperfallen oder familienfreundliche Grundrisse gibt es nach Einschätzung des Experten noch jede Menge Nachholbedarf.

Rein rechnerisch gebe es zwar genügend Wohnungen im Kreisgebiet. „Aber das ist nur die halbe Wahrheit“, erklärt Günther. Viele Häuser und Wohnungen seien wegen ihres Alters oder ihres Zustands schlecht oder gar nicht vermietbar. Wenn es um energiesparendes, altersgerechtes und bezahlbares Wohnen gehe, sei Wohnungsknappheit auch im Kreis Hersfeld-Rotenburg ein Thema. Denn zum guten Wohnen gehöre auch, dass die Kosten für Heizung und Warmwasser im Rahmen blieben. „Das ist neben energetischem Sanieren nur durch neue, moderne Wohnungen zu erreichen“, sagt Günther.

Ingo Groß, Geschäftsführer des Mieterbundes Nordhessen, begrüßt die Studie. Sie zeige die Wohnungsentwicklung auf der Ebene von Kreisen und Kommunen. „In den nächsten Jahren besteht ein nicht unerheblicher Nachholbedarf“, sagt Groß. Es müsse viel umgebaut, energetisch modernisiert oder abgerissen werden. Energetische Sanierung spiele im Kreis Hersfeld-Rotenburg bisher kaum eine Rolle. „Die Vermieter scheuen das noch“, sagt Groß. HINTERGRUND, ZUM TAGE

Von Jörg Steinbach

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