Hersfelder Nepalhilfe engagiert sich seit 2007 für Schulkinder in Nepal

Viele werden Waisen sein

Den Kindern in Jhapa geht es gut: Nach dem Erdbeben stellt sich der Verein auf mehr Patenschaften ein. Foto: nh/Baur

Bad Hersfeld. „Es ist noch gar nicht abzusehen, was für ein Leid durch das Erdbeben entstanden ist“, erzählt Dr. Eckart Auel. Seit Jahren engagiert sich der Vorsitzende des Hersfelder Vereins Nepalhilfe für die Kinder in dem Land.

Auel hat schon alle Kontinente der Erde bereist, mit Nepal verbindet ihn aber eine nachhaltige Liebe. Am Samstag hörte er von dem Erdbeben schon in den Nachrichten und war schockiert. Er wollte sofort wissen, ob seine Freunde und Schützlinge noch am Leben waren. Sowohl den Vorschulkinder im südöstlichen Jhapa als auch seinen Schützlingen in Kathmandu ging es gut. Deepak Bashyal, der in Nepal für den Verein tätig ist, versicherte sich, dass niemandem etwas passiert war. Rashmi Burlakot, die durch den Verein mit großem Erfolg Medizin studieren konnte, blieb unversehrt. Auf ein Lebenszeichen von der zwölfjährigen Niruta Pandy musste er drei Tage lang warten. Jetzt ist er erleichtert, dass unter den 4700 Todesopfern keines seiner Kinder ist. Noch ist nicht auszuschließen, dass einige nun Waisen sind.

Von seinen zahlreichen Besuchen dort, ahnte er schon, dass ein Erdbeben der Stärke 7,9 für die Menschen in dem Land verheerende Konsequenzen haben würde. „Im Radio war am Samstag von einigen hundert Todesopfern die Rede, mir war klar, dass ein Erdbeben einige tausend Todesopfer fordern würde“, berichtet Auel.

Vor zwölf Tagen war die stellvertretende Vorsitzende Ingrid Baur aus Nepal zurückgekehrt. Sie wollten sogar über den Pass nahe des Epizentrums wandern, der aber wegen des starken Schneefalls gesperrt war. „Es ist unglaublich, dass man jetzt im Fernsehen die zerstörten Orte sieht, die vor zwei Wochen noch intakt waren“, sagte sie gegenüber unserer Zeitung. Man sehe die Menschen vor sich, mit denen man vor wenigen Tagen noch gesprochen hatte – noch könne sie sich das nicht vorstellen

Noch weiß sie nicht ob ihre Patenkinder jetzt nicht Waisen sind. „Wir warten ab, bis wir genau wissen was vor Ort genau passiert ist“, berichtet Baur. Der Verein stellt sich nun auf Gebäudeschäden an den Schulen ein. Künftig würden noch mehr Spenden für mehr Patenschaften der vielen Waisen gebraucht werden und der Verein will um mehr Mitglieder werben.

Von Christiane Geier

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