DGB-Jugend bezweifelt Bewerber-Mangel

Viele warten auf den Job

bad hersfeld. Zusammen mit den Dutzenden Jugendlicher in Maßnahmen der Arbeitsagentur und in der schulischen Berufsvorbereitung gibt es nach Ansicht der DGB-Jugend mehr als 500 Jugendliche, die im Raum Bad Hersfeld auf einen Berufseinstiegwarten . „Anstatt über Fachkräftemangel zu klagen, sollten die heimischen Unternehmen die offenen Ausbildungstellen besetzen“ – mit diesen Worten reagierte DGB-Jugendbildungsreferent André Schönewolf auf die Veröffentlichung der aktuellen Ausbildungsmarktzahlen.

Die Arbeitsagentur Bad Hersfeld hatte Ende August von 145 „unversorgten“ Jugendlichen auf dem Ausbildungsmarkt gesprochen und gemeldete, dass 310 Menschen unter 25 Jahren erwerbslos sind.

Gleichzeitig gibt es 120 offene Ausbildungsstellen in der Region. Dass die Unternehmen Schwierigkeiten haben, sie zu besetzen, kann Schönewolf nicht verstehen. „Nur die wenigsten der bisher als ‘unversorgt‘‚ geltenden Bewerber haben keinen Schulabschluss. Weit mehr als die Hälfte von ihnen haben einen Realschulabschluss und besser – die Statistik der Agentur ist da eindeutig“, erklärt Schönewolf.

Scheindebatte

Der Gewerkschafter hält die Diskussion um die angeblich mangelnde Ausbildungsreife der Bewerber für eine Scheindebatte der Arbeitgeber, die sich damit nur aus der Verantwortung zu stehlen versuchten. Schönewolf: „Defizite bei neuen Auszubildenden sind nichts Neues. Die Zeit während der Ausbildung ist dafür da, für den späteren Beruf zu lernen.“

Wer zu Beginn die perfekten Azubis suche, sei nicht an ihrer Ausbildung interessiert, sondern nur an ihrem Arbeitseinsatz. Um Defizite auszugleichen, stünden den Betrieben die ausbildungsbegleitenden Hilfen zur Verfügung. (red)

Kommentare