Im Klinikum Bad Hersfeld arbeiten Ärzte aus über 30 Herkunftsländern

Viele Sprachen bereichern

Prof. Dr. Markus Horn

Hersfeld-Rotenburg. Man spricht deutsch: In den Krankenhäusern im Kreis scheint es keine Verständigungsprobleme zu geben. „Mein Eindruck ist, dass wir in dieser Hinsicht zurzeit keine relevanten Probleme haben“, sagt Prof. Dr. Markus Horn, ärztlicher Direktor am Klinikum Bad Hersfeld. Auch Beschwerden über Sprachbarrieren seien ihm nicht bekannt. Beim Pflegepersonal mit etwa 600 Mitarbeitern gebe es im Klinikum ebenfalls keine Sprachprobleme.

Von derzeit insgesamt rund 180 Arztstellen sei etwa ein Drittel mit Mitarbeitern besetzt, deren Muttersprache nicht Deutsch ist, von denen ein Großteil aber die deutsche Staatsangehörigkeit habe.

Permanentes Kursangebot

Lediglich bei etwa fünf Prozent dieses Drittels sei bei kritischer Betrachtung das Deutsch noch „suboptimal“. Für solche Fälle bietet das Klinikum seit etwa fünf Jahren permanente Deutschkurse an, in denen Alltagsdeutsch gelehrt wird. Wer sich im Vorstellungsgespräch nicht verständlich machen könne, werde allerdings gar nicht erst eingestellt, so Horn.

Auf fast 30 verschiedene Geburtsländer kommt der ärztliche Direktor beim Betrachten der Ärzteliste. „Das ist schon faszinierend.“ Einige Ärzte am Klinikum stammen aus Osteuropa, aber auch aus Afrika oder den USA gibt es Kollegen.

Die positiven Schilderungen Horns bestätigt eine Ärztin, die im Krankenhaus in einer deutschen Großstadt auch schon anderes erlebt hat.

Ein Grund dafür, dass vermehrt ausländische Ärzte in deutschen Krankenhäusern arbeiten, sei das generelle Nachwuchsproblem – von dem eben auch Krankenhäuser betroffenen seien, vor allem im Bereich der Chirurgie.

Der Nachwuchsmangel sei bereits an den Universitäten zu merken, so Horn, der selbst an der Universität Gießen unterrichtet, für die das Klinikum Lehrkrankenhaus ist. Auch an den Unis studierten vermehrt ausländische Nachwuchsmediziner oder Deutsche mit Migrationshintergrund. Viele Absolventen wechselten darüber hinaus später in den „patientenfernen“ Bereich. Zu einem „Notstand“ habe außerdem das so genannte Arbeitszeitengesetz geführt, das einen Mehrbedarf an Personal gefordert habe. Wenn viele deutsche Ärzte ins Ausland abwanderten, sollte das ebenfalls zu denken geben, warnt Horn auch mit Blick auf den Kostendruck.

Vor einigen Jahren habe man allerdings noch mehr Probleme bei der Stellenbesetzung gehabt. „Die Situation hat sich etwas entspannt.“

Ärzte aus dem Ausland können indes auch als Bereicherung verstanden werden. So gibt es am Klinikum eine Liste mit allen Mitarbeitern und deren Fremdsprachenkenntnissen. So kann immer jemand dolmetschen, wenn Patienten der deutschen Sprache nicht mächtig sind. Weitere Texte unten und Randspalte

Von Nadine Maaz

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