Planer und Kritiker informierten zum möglichen Bau von Rotoren auf dem Roteberg

Viele Fragen zur Windkraft

Informierten über die Windkraft-Pläne auf dem Roteberg bei Friedewald: Investor Peter Forch (links) im Gespräch mit Moderator Dr. Christoph Ewen. Foto: Henning

Friedewald. Das Genehmigungsverfahren zu den Windkraftanlagen auf dem Roteberg in der Gemarkung von Friedewald hat begonnen.

Der Gemeindevorstand in Friedewald hatte deshalb die Bürgerinnen und Bürger im Rahmen des Landesprogramms „Bürgerforum Energieland Hessen“ zu einer Informationsveranstaltung in die Festhalle Friedewald eingeladen. Bürgermeister Dirk Noll erklärte, dass er sich durch diese Veranstaltung ein konfliktfreies Miteinander erhofft. Um dies zu gewährleisten, wurde Dr. Christoph Ewen vom „Team Ewen – Konflikt- und Prozessmanagement“ vom Land Hessen engagiert. Carsten Mauritz von der „Hessen-Agentur“ begleitete ihn. Dr. Wolfgang Peters vom Planungsbüro Bosch + Partner erklärte, wie ein Planungsverfahren abläuft und an welcher Stelle der Planungen sich das Projekt gerade befindet.

Offenlegung im November

Christian Rippl von der Genehmigungsstelle im Regierungspräsidium Kassel verdeutlichte den Ablauf des immissionsschutzrechtlichen Genehmigungsverfahrens. Derzeit befinde sich das Planungsverfahren für den Windpark im Stadium der Vollständigkeitsprüfung und der Unterlagenergänzung. Die Offenlegung ist für Mitte/Ende November geplant.

Peter Forch von der Linden Energy – Gesellschafter der BürgerWind Gaishecke und des Windparks Bad Hersfeld berichtete, dass für den Windpark Roteberg fünf Anlagen des Typs Nordex N 117 geplant seien.

Diese Anlage hat eine Nabenhöhe von 141 Metern und einen Rotordurchmesser von 117 Metern. Sie hat eine Leistung von 2,4 Megawatt und wurde speziell für Binnenstandorte entwickelt. Auf eine sechste Anlage werde verzichtet, da sie die geforderten Grenzwerte nicht ganz erfüllt hätte. Laut Gutachten würden die Schallimmissionswerte der geplanten Anlagen deutlich unterschritten.

In einem leidenschaftlichen Vortrag brachten Marco Sell und Friedhelm Schönewolf von der Bürgerinitiative (BI) für ein L(i)ebenswertes Friedewald ihre Bedenken vor. Die BI hat Angst vor gesundheitlichen Beeinträchtigungen durch den Infraschall, dem Schattenwurf und den Licht-emmissionen. Sie befürchtet, dass ihre Heimatgemeinde durch immer mehr Windkraftanlagen umzingelt und das Landschaftsbild zerstört wird. Außerdem plädiert sie für eine Eindämmung der Windvorrangflächen und fordert die ersatzlose Streichung der Windkraftstandorte Roteberg und Waltersberg. Bei der anschließenden Diskussionsrunde kamen viele Fragen auf.

Die jeweiligen Präsentationen können im Netz unter www.energieland.hessen.de eingesehen werden.

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Von Heike Henning

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