"Der Sturm": Wiedersehen mit Schauspielern aus der vorigen Festspiel-Saison

Festspiel-Familienstück: Viele bekannte Gesichter

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Holk Freytag mit der Musical-Textfassung des Familienstücks "Der Strurm".

Bad Hersfeld. Einen Sturm der Entrüstung erwartet Festspielintendant Holk Freytag angesichts der Auswahl von Shakespeares „Der Sturm“ als Familienstück“ nicht. Zwar sei das Familienmusical in dieser Spielzeit das Stück, welches der meisten Erklärung bedürfe.

Aber auch das, an dem das meiste Herzblut hänge. Das letzte Theaterwerk des englischen Dramatikers stellt Freytag auf eine Stufe mit Mozarts Zauberflöte. Ebenso wie die weitaus populärere Oper vereine auch der Sturm die Grundwerte des christlichen Humanismus wie Vernunft, Toleranz, Nächstenliebe und die Kraft, dem Feind zu vergeben und mache das Stück für Sechs- wie für Sechzigjährige gleichermaßen interessant. „Junge Zuschauer quittieren Schwächen in der Inszenierung sofort mit Lautstärke“, sagt Freytag. Der Sturm biete aber viele Figuren, die Kindern gefallen: Prospero, einen „Zauberer von Harry Potters Gnaden“, seinen Gegenspieler Antonio als „größtes Ferkel der Weltgeschichte“, ein Trio von Trunkenbolden und das „wohl schönste Liebespaar der Weltliteratur“.

Dass das Shakespeare-Stück als Musical auf die Bühne der Stiftsruine gebracht wird, dränge sich geradezu auf. Schließlich spiele die Musik in der Vorlage eine zentrale Rolle. Komponiert werden die Songs, die facettenreich von verträumt bis rockig sein werden, von Wolfgang Schmidtke. Regie führt Janusz Kica, der in der vergangenen Saison Thomas Manns „Der Zauberberg“ auf die Festspielbühne brachte und auch für das Familienmusical „Das Dschungelbuch“ verantwortlich zeichnete.

Mit bekannten Gesichtern aus dem Dschungelbuch-Ensemble und weiteren Vorjahres-Festspielproduktionen soll den Zuschauern die Scheu vor dem Stoff nehmen: In der eigentlich männlichen Rolle des Prospero wird die auf der Festspielbühne bestens bekannte Maaike Schurmanns (unter anderem Bagheera im Dschungelbuch, Jeckyll and Hyde, Westside-Story, Der Zauberberg) zu sehen sein. Jörg Reimers (Der Name der Rose, König Lear und Der Zauberberg) spielt Alonso. Ein Wiedersehen wird es auch mit Lars Weström, Daniel Dimitrov, Thomas Gimbel, Livio Cecini, Stephan Ullrich und Patrizia Margagliotta geben. Nach ihrer Baby-Pause wird Marie-Therese Futterknecht, die während der Uraufführung des Dschungelbuches 2011 die Affenkönigin und Mutter Wolf gespielt hatte, zurückkehren und die Rolle des Antonio, des Bruders von Prospero, übernehmen. Neu im Ensemble sind Fabian Baumgarten und Julia Hell, die als Liebespaar Ferdinand und Miranda die Brücke in die Gegenwart schlagen sollen.

„Der Sturm“ soll für Zuschauer ab dem sechsten Lebensjahr geeignet sein. Mit dem Familienmusical solle eine Verbindung zwischen Kinder- und Erwachsenentheater geschaffen werden.

Zwar fallen damit die Kindergärten als Kartenkäufer weg, bei den Schulen sei das Interesse an der Sturm-Inszenierung aber groß. Allerdings wollte sich Freytag nicht dazu äußern, wie der Vorverkauf des Stückes bisher angelaufen ist.

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