Viel trinken, damit das Blut nicht eindickt

Prof. Dr. Christian Vallbracht

Um die Sommerhitze gesundheitlich gut zu überstehen, sind ein paar einfache Regeln zu beachten. Wir sprachen mit Prof. Dr. Christian Vallbracht, Chefarzt der Kardiologie am Herz- und Kreislaufzentrum in Rotenburg.

Was sollte man beachten, wenn es ums Essen und Trinken geht?

Prof. Christian Vallbracht: Es empfiehlt sich, leichter zu essen als sonst, nicht so fett und kleinere Mahlzeiten. Kaltgerichte und Salate, zum Beispiel mit Pilzen, bieten sich an. Besonders wichtig ist es, viel zu trinken, am besten lauwarmen Tee oder Schorlen wie Apfelsaft mit Sprudel. Trinkt man kalte Getränke, schwitzt man noch mehr.

Schon an normalen Tagen verlieren wir 800 Milliliter Flüssigkeit am Tag allein über die Haut. Bei Hitze können es bis zu eineinhalb Liter sein. Diese Flüssigkeit muss ersetzt werden. Vor allem ältere Menschen sollten darauf achten, dass sie viel trinken, weil das Durstgefühl mit dem Alter nachlässt.

Wird das Blut bei Hitze tatsächlich „dicker“, wenn man zu wenig trinkt? Vallbracht: Ja, das Blut dickt ein und der Körper trocknet aus. Wer sich dann noch wenig bewegt, läuft Gefahr, eine Thrombose zu bekommen. Verdicktes Blut erhöht auch das Risiko bei bestimmten Stents. Bei Hitze nimmt deshalb die Zahl der Gefäßverschlüsse wie Herzinfarkt oder Schlaganfall generell zu.

Wie ist es mit Bewegung: Sollte man lieber im Haus die Beine hochlegen, wenn draußen die Sonne brennt?

Vallbracht: Vor allem ältere oder kranke Menschen sollten körperliche Anstrengungen vermeiden. Bewegung sollte auf das Nötigste reduziert oder auf den Morgen oder Abend gelegt werden. Räume sollten gut durchlüftet sein, und nach dem Vorbild der südlichen Länder sollte man tagsüber die Jalousien herunterlassen und Fensterläden schließen, die Fenster gekippt lassen. Meist hält die Hitze ja nur wenige Tage an. (ank)

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