Start der Mediation zum Windpark Wehneberg

Viel Sachlichkeit am Runden Tisch

Bad Hersfeld. Das Vermittlungsverfahren im Streit um den Bau von acht Windrädern auf dem Wehneberg hat erste Erfolge auf dem Weg zu einer Versachlichung der hitzigen Windkraft-Diskussion gebracht. Am Donnerstagabend fand die erste, rund dreistündige Gesprächsrunde in der Stadthalle statt. Ein gemeinsam getragener Kompromissvorschlag konnte jedoch noch nicht erreicht werden.

An dem Runden Tisch nahmen Bad Hersfelds Bürgermeister Thomas Fehling und Ludwigsaus Bürgermeister Thomas Baumann, Stadtverordnete, die Ortsbeiräte Heenes’ und Allmershausens sowie Vertreter des Regierungspräsidiums, der Firma ABO Wind, der Bürgerinitiative „Rettet den Stadtwald“, der BI „Ruhe“ und der Naturschutzverbände NABU sowie BUND teil. „Heute Abend ist es uns gelungen, mit unserem neutralen Dialogangebot einen kleinen Schritt zur Faktenklärung beizutragen und mit allen Beteiligten Möglichkeiten zur Konfliktlösung auszuloten“, erklärte Dr. Rainer Kaps von der Hessen Agentur nach der Sitzung, die im Auftrag des Hessischen Umweltministeriums das Bürgerforum Energieland Hessen realisiert.

Auch die Moderatorin der Runde, Dr. Danuta Kneipp von der IFOF Gmbh, sprach von einer „guten und intensiven Sitzung in konstruktiver Stimmung“, wollte sich aber nicht über die konkreten Inhalte der Diskussion äußern. Das Ziel, mehr Sachlichkeit in die Diskussion zu bringen, sei aber deutlich näher gekommen.

Ein nächster Gesprächstermin steht noch nicht fest, soll aber vermutlich im November stattfinden. Eile ist auch geboten, denn sollte kein Kompromiss gefunden werden, könnte bereits Ende Januar eine Baugenehmigung für die Windräder erteilt werden.

Über 450 Einsprüche

Nach Informationen unserer Zeitung sollen inzwischen über 450 Einsprüche gegen das Projekt eingegangen sein, die nun geprüft werden. Außerdem wurde in der Runde auch über mögliche Ausweichflächen diskutiert. Die Firma ABO Wind soll zugesichert haben, auch in der Gemeinde Ludwigsau einen Informationsabend über das Projekt zu veranstalten. Formal allerdings darf die Gemeinde an dem Feststellungsverfahren nicht beteiligt werden, hat das Regierungspräsidium entschieden. Dabei ist gerade im Rohrbachtal das Projekt auf dem Wehneberg ebenfalls umstritten.

Dem Vernehmen nach soll die Firma ABO Wind auch bereit sein, die Verträge über das Windpark-Projekt offenzulegen, wenn dies die Hersfelder Stadtverordneten beschließen. Eine offizielle Bestätigung liegt dafür aber nicht vor, weil alle Teilnehmer Stillschweigen vereinbart haben. (kai)

Kommentare