Bad Hersfelder Festspiele 2011: Pressestimmen zum Musical „Sunset Boulevard“ in der Stiftsuine

Viel Lob für Helen Schneider

Vergebliche Hoffnung: Auch ihr alter Freund Cecil B. De Mille (Wolfgang Scheiner, rechts) denkt nicht daran, das unsägliche Drehbuch von Norma Desmond (Helen Schneider) zu verfilmen. Foto: Ludger Konopka

Bad Hersfeld. Lobeshymnen singen die Kritiker der deutschen Feuilletonredaktionen auf das Comeback von Helen Schneider als Norma Desmond im Musical „Sunset Boulevard“ bei den Bad Hersfelder Festspielen.

„Sängerisch erfüllt die Schneider die Ansprüche, die man an einen Musical-Star stellt, darstellerisch läuft sie zwischen Grandezza und Hysterie zu großer Form auf. Man könnte fast glauben, Lloyd Webber habe ihr die Rolle auf den Leib geschrieben,“ meint die Frankfurter Allgemeine Zeitung, die zudem der Ansicht ist, für dieses Musical „kann es kaum eine bessere Kulisse geben als die mächtigen Überreste der Stiftskirche“.

„Wenn sie die Bühne betritt, ist plötzlich alles anders. Wie ein silbriger Glanz legt sich ihre Präsenz über das um Dynamik bestrebte Agieren der übrigen Akteure“, schreibt die Gießener Allgemeine.

Das Blatt würdigt zudem die Inszenierung als „zweites Plus der Aufführung“. Regisseur Gil Mehmert habe „seine erfrischenden Einfälle konsequent umgesetzt und die Charaktere mit Augenmaß geformt.“

„Helen Schneider wurde für ihre beeindruckende Darbietung gefeiert“, stellte Die Deutsche Presse Agentur dpa fest und bezeichnete daneben auch den Auftritt von „Musical-Altmeister“ Helmut Baumann als Butler als „überaus gelungen.“

„Starke Stimme, große Gesten und ganz viel Ausstrahlung“, heißt es in der Tageszeitung Die Welt, die von einem „formidablen Comeback“ für Helen Schneider spricht.

Dass Regisseur Mehmert seine Inszenierung ganz auf die intime Konstellation zwischen Norma und ihrem jugendliche Liebhaber Joes Gillis (Rasmus Borkowski) zu schneidet, empfand die Hessisch-Niedersächsische Allgemeine aus Kassel als „Wagnis in der riesigen Stiftsruine, doch der starken Bühnenpräsenz der Hauptdarsteller gelingt es, die private Tragik so groß werden zu lassen, dass sie den Raum füllt.“

Weltstar triumphiert

„Ein Weltstar triumphiert: Helen Schneider wurde in Gil Mehmerts vorzüglicher Inszenierung mit Ovationen überschüttet“ schreibt die Fuldaer Zeitung. Den „überzeugenden Rasmus Borkowski“ bezeichnet der Kritiker als „liebenswerten Nichtsnutz“, der zudem ein Sonderlob für Melissa Kings ausgezeichnete Choreographie ausspricht. (ks)

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