Nach 40 Jahren ist die Sanierung im Stadtkern von Bad Hersfeld formell abgeschlossen

Viel getan und viel zu tun

Heute und damals: Die Häuser Breitenstraße 29 ,...

Bad Hersfeld. Nach 40 Jahren ist das Stadtsanierungsverfahren im Kern von Bad Hersfeld jetzt formell beendet. Die Satzung für den Bereich A wurde bereits aufgehoben, für die Bereiche B und C erfolgt sie in diesem Jahr.

Rund 27,7 Millionen Euro von Bund, Land und Stadt sind als Fördergeld in die Aufwertung der Innenstadt geflossen. Experten multiplizieren diese Zahl mit dem Faktor 8, um die Wertschöpfung, also den zusätzlichen privaten Aufwand darzustellen.

Das bedeutet, dass seit 1974 rund 250 Millionen Euro investiert wurden. Dabei ging es um die Erhaltung und Modernisierung historischer Gebäude, um die Entkernung von Blockinnenbreichen, aber auch im Sinne einer Stärkung der Altstadt um die Unterstützung von Industrie und Gewerbe. Die Stadt selbst hat sich mit etwa 6,7 Millionen Euro beteiligt.

Die Entscheidung, jetzt Schluss zu machen, resultiert aus der Einstellung des Förderungsprogramms durch den Bund, der sich künftig anders engagieren will.

Entstanden ist es aus einem Umdenken Mitte der siebziger Jahre des vergangenen Jahrhunderts, als Flächensanierungen mit dem Bau von Kauf- und Parkhäusern sowie Wohnungsbauten die historische Bausubstanz immer mehr zurückgedrängt hatten.

In Bad Hersfeld wurde daraufhin versucht, Flächensanierung und behutsame Stadterneuerung in Einklang zu bringen.

80 Gebäude instandgesetzt

Im Rahmen des gesamten Programms wurden etwa 80 Gebäude, die meisten davon Fachwerkbauten, umfassend instand gesetzt. Aber auch der Bau des Stadthauses am Geisgraben und der des City Parkhauses zählen dazu.

Einer erhöhten Wohnqualität diente auch die Neuordnung von Blockinnenbereichen, auf denen Freiflächen und Stellplätze geschaffen wurden.

Auch wurden während der Sanierungsphase nahezu alle Straßen und Wege altstadtgerecht umgestaltet. Für die Sanierung der Fußgängerzone gab es jedoch keine Förderung.

Beendet ist die Stadtsanierung allerdings nur auf dem Papier: Das Parkhaus am Neumarkt – seinerzeit das allererste Projekt der Stadtsanierung –, wird derzeit von Grund auf umgebaut. Und die Bereiche „Am Ransen“ sowie am Kirchtor sind aktuelle Problempunkte. Desweiteren will die Stadt die Entwicklung der Johannesstraße und das Stadthaus im Blick behalten.

Von Karl Schönholtz

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