Gudrun und Harald Kiehl bewirtschaften einen Kleingarten am Wendeberg

Viel Arbeit, viel Freude

Viel Grün benötigt auch viel Pflege: Harald und Gudrun Kiehl haben 2004 einen Kleingarten in der Anlage am Wendeberg gepachtet. Mittlerweile haben sie zwei Parzellen und Harald Kiehl ist Vereins-Vorsitzender. Garten-Nachbarin Andrea Kunert (rechts) hilft gerne mit und ist eine gute Freundin geworden. Foto: Maaz

Bad Hersfeld. Erholung und Ablenkung haben Gudrun und Harald Kiehl gesucht, als sie 2004 einen Kleingarten am Wendeberg pachteten. Gefunden haben sie außerdem viele neue Freunde, die sie in einer schweren Zeit wieder aufbauten.

„Am Haus haben wir keinen Außengarten“, erklärt Gudrun Kiehl die Entscheidung, einen Garten zu mieten. Außerdem hatten die Kiehls damals einige private Schicksalsschläge zu verarbeiten und in der Kleingartenanlage fanden sie nicht nur Ablenkung, sondern eben auch nette Nachbarn.

Müssen nichts einkaufen

Doch so ein Garten macht auch ganz schön viel Arbeit – und die Kiehls haben inzwischen sogar zwei nebeneinanderliegende Parzellen mit insgesamt 700 Quadratmetern. In drei Gewächshäusern und mehreren Beeten baut das Ehepaar von Mai bis etwa Oktober allerlei Gemüse an. Salat, Tomaten, Gurken, aber auch Knoblauch oder Mangold gibt es dort. Genug, um nichts mehr einkaufen zu müssen. Was übrigbleibt, wird eingefroren. Bei der Ernte und Pflege tauschen sich die Nachbarn in der Anlage gerne untereinander aus. Was ist gegen Schnecken zu tun und wie hält man Blattläuse fern?

Mindestens ein Drittel der Gartenfläche müsse laut Bundeskleingartengesetz bewirtschaftet werden. Neun Quadratmeter Gewächshaus und eine maximal 24 Quadratmeter große Hütte pro Garten sind erlaubt.

Zahlreiche Rosen müssen im Garten der Kiehls ebenfalls gepflegt werden. Hilfe bekommen sie dabei aber vom ältesten Sohn, der mit seiner Freundin ebenfalls einen Kleingarten in der Anlage hat. Überhaupt haben die Kiehls ihre Oase im Grünen mit viel Liebe zum Detail gestaltet: hier ein bepflanzter Trog, dort ein kleiner Teich. Eine Mini-windmühle, eine hölzerne Zierleiter und natürlich der obligatorische Gartenzwerg dürfen nicht fehlen.

Gemeinsam Spaß haben

Neben all der Gartenarbeit werden aber auch die Gemeinschaft und das gesellige Beisammensein in der Anlage am Wendeberg großgeschrieben. Im Vereinsheim „Zum fröhlichen Gärtner“ verfolgen die Pächter auf einem neuen Flachbildschirm gemeinsam die Fußball-Europameisterschaft, es gibt regelmäßige Feste, wie das jährliche Sommerfest oder das Forellenessen. Als ihre Lieblingsbeschäftigung im Garten nennen die Kiehls deshalb auch „Zusammensitzen und Spaß haben.“ Sekt und Bier sind nicht verpönt.

Jedes Wochenende und häufig auch abends nach der Arbeit sind der Heizungs- und Lüftungsbauer und die Tagesmutter in ihrem Garten. In der Holzhütte mit überdachter Sitzecke ist eine komplette Küche eingerichtet, ein Sofa steht zum Übernachten bereit. „Wir sind derzeit dabei, alle Gärten mit elektrischem Strom zu versorgen“, berichtet Harald Kiehl. Etwa zwei Drittel der Parzellen sind schon versorgt. „Früher mussten wir immer Kühltaschen mitnehmen, jetzt haben wir einen Kühlschrank hier,“ freut sich seine Frau.

Harald Kiehl ist mittlerweile im dritten Jahr Vorsitzender des Vereins, Ehefrau Gudrun zweite Schriftführerin. Der Kleingarten ist für das Paar zu einem zweiten Zuhause geworden, oder zumindest zum grünen Wohnzimmer.

Die Anlage

Von Nadine Maaz

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