Viel Altes, etwas Neues und eine desolate Stadthalle

Liebe Leserinnen und Leser der Hersfelder Zeitung, viel Altes und Neues gab es in dieser Woche in der Region. So richtig alt war die Schriftrolle, die Margarete Eichmann dem Bad Salzunger „Museum am Gradierwerk“ überlassen hat. Die Rolle, die mit einer feinen Feder in hebräischer Schrift beschrieben wurde, stammt wahrscheinlich aus dem 16. Jahrhundert und wurde auf dem Dachboden im Haus des Großvaters von Margarete Eichmann in Bad Salzungen entdeckt. Den vielen offenen Fragen, wie, ob die Schrift zu einer Torarolle einer jüdischen Synagoge gehört, will nun das Museum nachgehen.

Nicht ganz so alt sind die Fotoapparate, die Heiner Mädebach derzeit im Dorfmuseum Wiesenthal ausstellt. Hier gibt’s noch Rollfilm statt Speicherkarte oder gar Lochkameras und handgemachte Bilder – sogar in Schwarz/Weiß.

Auch ziemlich alt ist das „Landhotel zur grünen Kutte“. 150 Jahre ist es in Familienbesitz. Vom 16. bis 18. Mai wird das Jubiläum gefeiert und zurückgeblickt. Von Generation zu Generation haben sie das Erbe weitergegeben. Johann Jakob war 1864 der erste Heidinger, der das Schankrecht erhielt. Und für die kommenden Generationen ist auch schon gesorgt.

Etwas Neues entsteht im Bad Salzunger Stadtteil Allendorf. Im einstigen DDR-Plattenbaugebiet „101“ entsteht ein neues Wohngebiet – die ersten Neubauten seit rund 35 Jahren. In der vergangenen Woche war der Spatenstich. Acht neue Bauplätze sollen auf der jetzigen Brachfläche erschlossen werden. Die Kosten: 355 000 Euro. Neu ist auch die Straßendecke, die die Bundesstraße 62 in Immelborn und Ettmarshausen bekommt. Zwar hofften die Einwohner auf die Werraquerung. Da die jedoch auf sich warten lässt, bekommt die B 62 nun einen neuen Belag. Der soll dafür sorgen, dass die Lärmbelästigung der Anwohner durch Lkw und Co. zumindest ein bisschen erträglicher wird. Im Juli soll es mit den Bauarbeiten losgehen.

Gar nicht alt, dafür marode und in einem desolaten Zustand ist die Bad Liebensteiner Stadthalle. Seit 2007 steht diese leer – wurde mittlerweile sogar baurechtlich gesperrt. Die Sanierung wäre für die Stadt in ihrer derzeitigen finanziellen Lage unerschwinglich. Trotzdem hat sich eine Bürgerinitiative gebildet, die die Halle retten möchte. In der Bad Liebensteiner Stadtratssitzung hat die Gruppe ihrem Ärger Luft gemacht. peggy.machoi.extern@stz-online.de

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